12. November 2022
Billstedt

Krankenkassen mauern weiter

Gesundheitskiosk Keine Bewegung bei Finanzierung

Würde der Gesundheitskiosk Teil der Regelversorgung werden, gäbe es am Billstedter Marktplatz keine Finanznot mehr Foto: Timm

BILLSTEDT/HORN Wie geht es weiter mit dem Gesundheitskiosk? Nach dem Ausstieg dreier Kassen aus der Finanzierung gibt es viele Fragen, die weiter ungeklärt sind.

Nach Auskunft aus der Gesundheit für Billstedt-Horn UG (GfBH), die den Billstedter Gesundheitskiosk betreibt, gibt es in Sachen Finanzen keinen neuen Stand. Die Techniker Krankenkasse (TK), die DAK und die Barmer hatten – wie berichtet – angekündigt, den Kiosk mit Filialen in Horn und Müm-melmannsberg vom kommenden Jahr an nicht mehr mitfinanzieren zu wollen. Bisher seien alle Versuche, die genannten Kassen wieder an den Verhandlungstisch zu holen, abgelehnt worden.

Auch von der Politik komme zumindest keine wahrnehmbare Unterstützung, wird erklärt. Eine Nachrichtenagentur berichtete allerdings, die Linke habe beantragt, den Kiosk langfristig in ein Lokales Gesundheitszentrum umzuwandeln. Auch im Billstedter Regionalausschuss war der Kiosk Thema.

Es sei davon auszugehen, heißt es weiter aus der GfBH, dass eine Aufnahme des Gesundheitskiosk in die sogenannte Regelversorgung der Krankenkassen die Finanzfragen klären könnte. „Es würde zudem regeln, dass künftig nicht nur Versicherte der AOK Rheinland-Hamburg und Mobil Krankenkasse das Leistungsangebot“ nutzen könnten, heißt es.

Aufnahme in die Regelversorgung?

Im Februar war die Aufnahme in die Regelversorgung – wie ebenfalls berichtet – vom zuständigen Bundesausschuss der Ärztlichen Vereinigungen, der Krankenhausgesellschaft und der Krankenkassen empfohlen und dieses an die zuständigen Ministerien in Bund und Land weiter geleitet worden.

Auch im Sommer hatte es nach einem Besuch des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) im Gesundheitskiosk zunächst danach ausgesehen, dass der Kiosk sogar bundesweit in großer Zahl Nachahmer finden könnte. Der Ausstieg der drei Kassen folgte prompt und es gibt Beobachter, die den eigentlichen Konflikt zwischen den Kassen und dem Minister sehen. Das Ende scheint offen, auch wenn der Kiosk weiterarbeitet.

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