2. Oktober 2021
Billstedt

Doppelmord vor Gericht

Nach 20 Jahren beginnt jetzt der Prozess

Justizia Symbolfoto: thinkstock

Justizia Symbolfoto: thinkstock

BILLSTEDT/BILLBROOK Es waren grauenvolle Morde, die vor über 20 Jahren in Billbrook und in Billstedt an Frauen begangen wurden. Der Täter ist bisher unbekannt. Aber möglicherweise können diese Taten jetzt aufgeklärt werden.
Wegen Mordes in zwei Fällen muss sich Willi S. (69) vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, die Frauen aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat getötet zu haben. Es dreht sich um die Morde an Rosi N. (damals 28) und Ilse H. (damals 79).

Am 12. oder 13. Juni 1993 soll der Täter Rosi N. in ihrer Wohnung in der Berzeliusstraße aufgesucht und sich sexuell an ihr vergangen haben. Im Laufe des Geschehens soll er sie mit einem Handtuch erwürgt haben. Im April 1999 wurde Ilse H. in ihrer Wohnung in der Steinbeker Hauptstraße ermordet. Der Angeklagte, so der Vorwurf, soll sie damals besucht haben, um sich sexuell an ihr zu vergehen. Er soll die alte Dame mit einer Plastiktüte erstickt haben.

Der Angeklagte, der mit beiden Frauen gut bekannt war, bestreitet die Taten. Er soll Rosi N. und ihren Lebensgefährten in der Berzeliusstraße häufig besucht haben. Auch Ilse H. kannte Willi S. gut. Er habe, die gehbehinderte Frau mehrfach aufgesucht, um ihr zu helfen, erklärte er. Die ältere Dame habe auch Besuch von zwei aus Rumänien stammenden Flüchtlingen bekommen, die in der Berzeliusstraße wohnten. Die Brüder hätten auch Kontakt zu Rosi N. gehabt. Er habe die Namen aus Angst vor deren Großfamilie verschwiegen. Er hoffe, mit der Nennung der Namen zur Tataufklärung beitragen zu können. Er wurde 2011 vom Landgericht Lübeck wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt und befindet sich in Sicherungsverwahrung. Der Prozess wird fortgesetzt, Urteil voraussichtlich im Dezember.

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