8. Mai 2021
Billstedt

Begrenzter Betrieb in der Arche

Kinder sind von den Corona-Maßnahmen besonders betroffen

Annalisa Hesse (rechts) und Donata Stürken Foto: Timm

BILLSTEDT In der Arche lernt man eins schnell: Hier wird Kindern geholfen – auch in Corona-Zeiten. Und für manches ist der Bedarf sehr hoch.

Heavenlina (10) kommt aus der Nachbarschaft in die Arche. Das Kinder- und Jugendwerk ist auch in Jenfeld und Wilhelmsburg aktiv. Haevenlina spielt mit zwei anderen Kindern am Basketballkorb vor der früheren Grundschulaula. Sie kämen wegen der Freunde, des Essens und wegen der Hausaufgaben, sagen sie kurz und spielen weiter.
Im Beobachten des Geschehens wird eins schnell klar: Hier wird ein anderer Ton angeschlagen. Die Jungs und Mädchen sind zwar lebhaft und auch mal laut, die Arche-Leute gehen respekt- und liebevoll mit ihren Schützlingen um. Es herrscht ein Klima, das Kinder ohne Zweifel gut tut.
Normalerweise, sagt Leiterin Annalisa Hesse, kommen 30 bis 60 Kinder aus der Gegend zwischen Sonnenland und Kaltenbergen am Tag hierher. Im Nebengebäude treffen sich Jugendliche: ohne Corona kommen 20 bis 30, jetzt noch die Hälfte. Die Kinder mussten in zwei Gruppen geteilt werden, jede Gruppe darf zwei Tage kommen. Und an einem Tresen wird genau festgehalten, wer kommt.

Wie geht es den Kindern? Es sei eine „große Herausforderung“, nicht zur Schule gehen zu können und Online-Unterricht zu bewältigen. „Wir machen sehr viel Hausaufgabenhilfe“, sagt Annalisa Hesse, der Bedarf – auch an neuen Helfern – ist sehr groß. Kinder brauchten eine Ansprechperson, was Lehrer leisteten, sei sehr unterschiedlich.
Donata Stürken aus dem Vorstand des Arche-Fördervereins fügt hinzu, dass ganz viele Lehrer von der Situation überfordert seien.

Kinder versackten regelrecht, sagt Annalisa Hesse, manche hätten einen verschobenen Tagesablauf entwickelt. Wenn Eltern große Angst vor Corona hätten, würde sich das auf die Kinder übertragen. Nicht ins Freie zu dürfen, sei ein „ganz großes Thema“.

Die Arche geht ganz bewusst in Stadtteile, in denen es Probleme gibt. Das trifft aber nicht auf alle Kinder zu: Manche kommen auch aus der Einfamilienhaus-Nachbarschaft. Die Arche lebt vom Weitersagen, dass Kinder ihre Freunde mitbringen. Welche Rolle spielt Religion? „Wir sind eine christliche Einrichtung“, man lebe christliche Werte und arbeite auch danach. Auch muslimische Kinder kommen, die Eltern wüssten, „dass gute Werte vertreten werden“, sagt die Förderverein-Vertreterin. Die Arche hat ihre Räume von der „Kirche ohne Turm“ gemietet, ist aber sonst nicht mit ihr verbunden. Dieses Jahr feiert sie ihren fünften Geburtstag: „Wir hoffen, dass wir das
unter normalen Umständen können“, so Annalisa Hesse.

Wer spenden will: Empfänger: Die Arche IBAN:DE94 1002 0500 0003 0301 03, BIC: BFSWDE33BER Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Stichwort: Zweck: Hamburg Billstedt Name und Adresse für Spendenbescheinigung

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