12. August 2020
Billstedt

Ärger um Pflege und Graben-Sicherheit

Anwohner am Merkatorweg auf der Zinne

BILLSTEDT In Hamburg sind Gräben neben den Hauseingängen selten geworden, meist dienen unterirdische Siele jetzt zur Entwässerung der Straßen. Doch gerade in Zeiten des Insektensterbens machen sich Umweltschutzorganisationen wieder stark für naturnahe Flächen und werben auch für den Erhalt von Gräben, an deren Ufern sich Frösche, Schmetterlinge und Bienen neben vielen anderen Kleintieren wohlfühlen.

Heinz-Peter Stehr hat vor seinem Haus am Merkatorweg in Billstedt einen solchen Graben und hat schon häufig selber die Pflege übernommen, da sich vom Bezirk „niemand so wirklich gekümmert hat. Der Seitenstreifen wird aber gern auch zum Parken genutzt“, ärgert sich der Hausbewohner, der immer wieder beobachtet, dass durch die Autos die Erde in die Gräben gepresst wird und diese verstopfen. Die Seitenstreifen seien dadurch in einem so schlechten Zustand, dass Stehr den Wegewart informiert hat.
„Danach wurde hier lockerer Sand einfach an den Rand gekippt, ohne jede Befestigung“, lacht Stehr, der das Ganze „für einen Witz“ hält. „Beim nächsten Regen liegt der lockere Sand dann in meinem Graben“, vermutet Stehr. Die Zustände rund um den Graben seien so katastrophal, dass der Anwohner hofft, endlich auch die gewünschten Absperrpoller zu bekommen, damit keine Autofahrer mehr neben den Gräben parken können.

„Es ist völlig unklar, warum bei uns keine Markierungen angebracht werden können“, bedauern die Bewohner der Straße. Eigene Feldsteine an den Straßenrand zu legen sei zwar eine gute Idee, „aber leider verboten“, bedauert Stehr. Da in den Nachbarstraßen schon Poller aufgestellt wurden, will er den Bezirk weiter anschreiben, um endlich auch für den Merkatorweg eine vernünftige Lösung für das Parkproblem zu bekommen: „Wenn Gräben erhalten werden sollen, dann muss auch die Voraussetzung dafür geschaffen werden.“ Inzwischen seien viele Meter der Gräben am Merkatorweg abgesackt und erst ein Aufheben der Parkmöglichkeiten durch Markierungen werde das Problem beheben können. Da sind sich die Anwohner sicher.

Ein paar Straßen weiter, wo gerade ein paar Neubauhäuser entstanden sind, scheint man sich mehr mit den Gräben zu befassen. „Da sind riesige Metallbügel eingesetzt worden“, zeigt Stehr: „Von denen träumen wir am Merkatorweg schon lange.“

 

Gleich um die Ecke bei einem Neubaugebiet sind riesige Bügel in die Erde gesetzt worden Foto: Grell

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