20. Mai 2020
Billstedt

Abschied nach 38 Jahren in Billstedt

Hauptkommissar Thomas Kellen geht in Ruhestand

Thomas Kellen vor „seinem“ PK in Billstedt Foto: Timm

BILLSTEDT Der tägliche Arbeitsweg aus Büchen nach Hamburg wird für ihn wegfallen. Aber irgendwie kann man sich nicht vorstellen, dass es Thomas Kellen nach 38 Jahren im Billstedter Polizeikommissariat (PK) langweilig wird, wenn er jetzt in Ruhestand geht.

Der 60-Jährige sitzt in einem PK-Büro. Das war für ihn zuletzt eher die Ausnahme: 16 Jahre lang war Kellen in verschiedenen Gebieten Stadtteilpolizist, zuletzt im Billstedter Zentrum. Das sei durchaus abwechslungsreich, herzhaft, sehr durchmischt gewesen, sagt er: „Die Lebendigkeit hat mir gefallen.“
Gehen Sie gern in Ruhestand? „Ich hätte es verhindern können“, antwortet der Hauptkommissar, und fügt schmunzelnd hinzu, er habe einen jungen Kollegen, mit dessen Großvater er schon bei der Polizei zusammengearbeitet habe. Eine Verlängerung kam für ihn nicht infrage: „Irgendwann wird es auch Zeit.“ Letztendlich würde einen bei der Polizei auch nicht mehr so viel überraschen.

Im Gespräch klingt leise Erleichterung durch: Er sei gut durchgekommen, meint Kellen, ohne sich selbst oder andere schwer verletzt zu haben. Ausdrücklich bekennt sich der scheidende Beamte dazu, dass es in Billstedt durchaus dazugehören könne, als Polizist mal aus der Haut fahren oder jemand anfassen zu müssen. Nette Anekdoten mag er nicht erzählen, schließlich habe er oft mit Tragödien zu tun gehabt, die er dann „vielleicht ins Gute wenden“ konnte.

Zufrieden mit dem was ist

So, wie Kellen da vor einem sitzt, in schicker Ausgehuniform, Schlips und weißem Kragen, könnte er ohne Weiteres auch als Revierchef durchgehen. Aber er wirkt zufrieden mit dem,
was er erreicht hat, „an Sternen auf der Schulter gibt es sowieso eine Inflation“ und die schicke Uniform hat er offensichtlich nicht allzu häufig getragen. Was kommt nun? Angeln, Sport, Radfahren? „Alles, ich hab’ da keinen Fahrplan!“ Kellens Familie ist groß – Kinder, Enkel, Eltern. Ende Mai ist offiziell Schluss, bis dahin hat Thomas Kellen noch einmal Urlaub. Wieder antreten muss er dann nicht mehr.

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