6. November 2021
Ohlsdorf

Verpachtung statt Abriss der Kirche

Kunstprojekt für Nikodemus-Nachnutzung

Der schöne Innenraum könnte den Anwohnern auch nach der Schließung erhalten bleiben und Ausstellungen beherbergen Foto: Grell

OHLSDORF Die Nikodemuskirche wird endgültig geschlossen. Bei einer Gemeindeversammlung wurde jetzt noch einmal über die Finanz-Situation der Gemeinde berichtet, gleichzeitig aber auch ein Konzept für die Nachnutzung der Kirche vorgestellt – mit Kunstprojekt und Ausstellungen.

„Noch haben wir nicht unterschrieben, aber die Pläne liegen bereits vor“, so Pastor Bernd Müller-Teichert. Der Träger für Kunst- und Kulturveranstaltungen und die Kirche stecken zurzeit noch in abschließenden Verhandlungen. Für diese Option würde die Nikodemuskirche mit dem gesamten Ensemble erhalten bleiben und keines der Gebäude abgerissen werden. „Diese Lösung würde keinen Verkauf der Gebäude oder des Grundstücks bedeuten“, so Teichert, sondern eine Verpachtung über Erbbaurecht.

Die Kita bliebe dann vor Ort, und die Kirche würde der Öffentlichkeit durch Kunst-Ausstellungen zugänglich bleiben, freut sich Teichert über die aktuellen Pläne, die für das Kirchenschiff und die anliegenden Gebäude in Aussicht stehen. Das Gemeindehaus werde damit langfristig zu einem Zentrum für Forschung und Sammlung von moderner Kunst.

„Mir ist bewusst“, so Müller-Teichert, „dass so eine Aufgabe einer alteingesessenen Kirche im Stadtteil Trauer und auch Ärger hervorruft, aber wir sind froh, mit dieser Verpachtung dann das Ensemble dem Stadtteil erhalten zu können.“ Der Förderverein hat sich seit Beginn der Diskussionen um die beiden Standorte St. Marien und Nikodemus gegen eine Schließung ausgesprochen und verschiedene Vorschläge zur Rettung der Gemeindearbeit an beiden Standorten aufgezeigt. Nach aktuellem Stand wird es dazu wohl aber nicht mehr kommen, denn Müller-Teichert spricht bereits von dem Tag, an dem die Glocken aus der Kirche getragen werden.

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