3. Juli 2021
Ohlsdorf

Blühende Mega-Waldrebe

Rankgewächs „schmückt“ eine rund zehn Meter hohe Kiefer

Aufgeblüht: Stefan Polke freut sich über die mächtige Waldrebe auf der Schwarzkiefer Fotos: Haas

OHLSDORF Wieder zeigt eine Kiefer nahe der Kapelle 13 eine verschwenderische Blütenfülle. Denn an ihr rankt eine Waldrebe über zehn Meter hoch. Sie blüht früher und üppiger als gezüchtete Clematis mit gedrosseltem Wachstum.

Diese urwüchsige Clematis-Art, eine Anemonen- oder Bergwaldrebe, zählt Friedhofsgärtner Stefan Polke zu seinen Favoriten. Ihre reiche Blüte fasziniert Besucher. Hoch oben im Baum summt es: Der zarte Blütenduft lockt Wildbienen aller Arten magisch an. Auch seine Kollegen seien jedes Jahr begeistert.

„Die Schwarzkiefer kommt mit der hochrankenden Rebe gut zurecht“ erklärt Polke und zeigt auf die von unten am Stamm der Kiefer nach oben führenden armdicken holzigen Ranken. Sie teilen sich mit zunehmender Höhe und verjüngen sich entlang von Ästen und Zweigen. „Früher wurden hier viele Schwarzkiefern gepflanzt, weil sie sehr robust sind“, sagt Polke. Doch in vergangenen heißen Sommern hätten alle Nadelbäume gelitten. „Alle erholten sich aber im regenreichen Frühjahr und zeigen jetzt wieder mehr Vitalität.“

Im Schatten mächtiger Bäume gedeihen hübsche Bodendecker: diverse Arten von Storchschnabel. Alle seien leicht zu vermehren und bilden schnell Blütenteppiche für Bienen, weiß Polke. Dann zeigt er auf das versteckte Nest einer Singdrossel im Efeu an einer uralten Eiche. Sie profitiert vom Efeubewuchs: Jetzt schützt er den Stamm vor Sonnenbrand, im Winter mildert er Frostschäden. Seine Blüte im Herbst bietet späte Bienennahrung, die blauschwarzen Beeren haben Vögel im Winter zum Fressen gern.

Leider habe „seine“ Graugans, nach erfolglosen Brutversuchen der letzten zwei Jahre, auch jetzt wieder den Nistplatz auf ihrer Eiche aufgegeben, bedauert Polke.

 

Die blühende Waldrebe
schmückt die hohe Kiefer und ist eine gute Bienenweide Foto: Haas

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