5. März 2022
Hamburg-Nord

Zoff um Wild-Lager für Kanus und Boote

Behörde untätig. Politik ist am Problem dran

Oliver Camp am Kuhmühlenteich: „Noch keine Lösung in Sicht“. Sportbootbetrieb schadet den Böschungen  Foto: Damm

HAMBURG-NORD In den Bezirken Nord und Eimsbüttel liegen mehr als 150 private Kanus und Boote an Ufern öffentlicher Gewässer, Tendenz steigend. Entsetzt kontaktierte Lothar Illing kürzlich die Behörden. Ihre Taten­losigkeit macht ihn fassungslos: „Das wilde Ablegen von Booten ist eine Ordnungswidrigkeit.“

Der agile Rentner zeigt auf rund 40 Kanus, Kajaks, Ruder- und Segelboote, dazu SUP- und Surf-Boards, illegal abgelegt im Ufergebüsch am Kuhmühlenteich. Für falsch geparkte Autos setze es sofort Bußgelder. Also meldete Lothar Illing die Boote der Stadtreinigung. Die verwies ihn ans Ordnungsamt im Bezirksamt Nord. Dort hörte Illing Gründe für amtliche Untätigkeit: Nur drei Mitarbeiter seien zuständig im Bezirk, sie hätten für die Entsorgung der Boote weder ein Budget noch Fahrzeuge oder gar Lagerflächen. Also wandte sich Illing per Mail an Finanzsenator Andreas Dressel mit der Bitte um Unterstützung „im Vorgehen gegen rücksichtslose Bootsableger“. Dressels Antwort steht seit Wochen aus.

Oliver Camp (Grüne), sportpolitischer Sprecher in der Bezirksversammlung Nord, erklärt auf Anfrage, dass die Grünen bereits im Frühjahr 2021 in zwei öffentlichen Planungswerkstätten nach „konstruktiven Lösungen, die den Ansprüchen des Naturschutzes und des Sports gerecht werden“ suchten. Das Problem der Lagerung von Privatbooten auf öffentlichem Grund bleibe ungelöst. Die Lage an Gewässern wie Eilbek-Kanal, Kuhmühlenteich, Osterbek-Kanal oder Barmbeker Stichkanal sei unterschiedlich: „Deshalb bedarf es eher ortsbezogener Lösungen als einer allgemeinen.“

Eine Herausforderung biete der Kuhmühlenteich: „Die Parkanlage ist denkmalgeschützt.“ Dazu gebe es einen informellen Austausch der Grünen-Fraktion mit Bezirksamt und Umweltbehörde: „Da eine Vielzahl von Interessen berührt ist, müssen viele Behörden und Dienststellen einbezogen werden.“

Auch interessant