21. Mai 2022
Hamburg-Nord

Lagerflächen sind dringend gesucht

Politik will gegen wild abgelegte Kanus vorgehen

Wild abgelegte Kajaks und Kanus am Osterbekkanal Foto: Reiffert/Grüne

HAMBURG-NORD Schwanenvater Olaf Nieß hat nachgezählt: Rund 400 wild abgelegte Boote gibt es an den Ufern im Alsterrevier. Manche häufig in Gebrauch, andere sind längst vergessen, rotten vor sich hin, denn ihre Besitzer haben ein neues Hobby.

Fragt sich, welches Problem größer ist, denn der aktive Wassersportler stört womöglich brütende Wasservögel, zertrampelt auf jeden Fall die Uferpflanzen. Und das Abfall-Boot ist unansehnlicher Müll. Unhaltbare Zustände, finden Grüne und SPD in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Wassersport ermöglichen – und gleichzeitig die Flora und Fauna schützen, ist das Ziel: „Damit alle Menschen die öffentlichen Wasserzugänge auch nutzen können, benötigen wir Abstellmöglichkeiten für Boote und SUP-Boards“, erklärt Lena Otto (SPD): „Momentan landen diese in den Böschungen am Wasserufer, was weder für die Natur noch für die Nutzer und Nutzerinnen die richtige Lösung ist.“ Und Oliver Camp von den Grünen ergänzt: „Erst im Zusammenspiel von Lagermöglichkeiten, Ahndung von Ordnungswidrigkeiten und Wiederherstellung der zertrampelten Flächen kann eine dauerhafte Verbesserung für alle entstehen.“

Problem: Die ansässigen Sportvereine können keine weiteren Lagerflächen bereitstellen und leere Flächen mit Wasserzugang sind rar. Die Bezirksversammlung hat daher einstimmig beschlossen, dass das Bezirksamt ufernahe Flächen an Kuhmühlenteich, Osterbekkanal, Barmbeker Stickkanal und Goldbekkanal auf ihre Eignung für die Aufstellung von Bootslagersystemen prüft. Der CDU-Fraktion und der Fraktion Die Linke ging dieser Antrag nicht weit genug, das gesamte Alsterrevier sollte auf mögliche Liegeplätze untersucht werden.

Doch Lars Jessen (FDP) bringt es auf den Punkt: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach.“ Und nach diesem Motto stimmte das gesamte kommunalpolitische Gremium für die Suche nach Bootsablageplätzen zunächst in Eppendorf, Barmbek und Winterhude, denn hier sei die Not am größten.

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