10. November 2022
Hamburg-Nord

Frieren für die Kommunalpolitik

Bezirksversammlung tagte bei 17 Grad

Bezirk

Die Energiesparmaßnahmen des Bezirksamtes Hamburg-Nord stehen in der Kritik Foto: Stadt Hamburg

HAMBURG-NORD Energie sparen ist gar nicht so einfach, das bekamen auch die Abgeordneten der Bezirksversammlung Hamburg-Nord bei ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag zu spüren. 17 Grad in der Alsterdorfer Sporthalle, in der das Gremium seit der Pandemie tagt, das war einigen denn doch etwas zu frisch.

Das 25-Punkte-Energiespar-Programm des Hamburger Senats, beschlossen im August, sieht immerhin 19 Grad in Arbeitsbereichen öffentlicher Gebäude vor. Aber 17 Grad – das ist ganz schön sportlich. Thomas Domres, SPD: „Wir bitten den Bezirksamtsleiter für die nächste Sitzung im November um die beschlossenen 19 Grad, damit wir hier ordentlich arbeiten können.“

Während der Sitzung sah man die Abgeordneten teils in Daunenjacken bei ihren Redebeiträgen. Doch außer Domres mochte sich kaum jemand beschweren, denn zum Thema Energiesparen stand am Ende der Sitzung noch eine Debatte auf der Tagesordnung. In einer Großen Anfrage wollte die CDU-Fraktion wissen, was genau an Energiesparmaßnahmen im Bezirksamt geplant ist.

Die Antwort der Verwaltung wurde von der Opposition als unzureichend kritisiert. „Energieeinsparungen in größerem Umfang sind nicht ersichtlich, da muss mehr kommen“, findet Andreas Schott, Fraktionsvorsitzender der CDU. Der Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz hielt gegen: „Das Bezirksamt in der Kümmellstraße ist marode, die Heizungsanlage in einem desaströsen Zustand. Die größte Energiesparmaßnahme ist unser Umzug an den Wiesendamm.“ Der Neubau sei energetisch auf dem neusten Stand, im alten Gebäude lasse sich nicht mehr viel sparen.

Bis das Bezirksamt am Wiesendamm einziehen kann, dauert es aber noch bis frühestens Ende 2024. Wenn alles gut läuft, soll der Neubau dann fertig sein.

Und die Abgeordneten der Bezirksversammlung Hamburg-Nord? Die froren tapfer bis zum Ende der Sitzung nach gut eineinhalb Stunden. Wer möchte sich schon angesichts der Energiekrise „Rumgeweine wegen der Temperatur hier“ (Timo B. Kranz, Fraktionsvorsitzender Grüne) vorhalten lassen.

Die Debatte zu weiteren Energiesparmaßnahmen wollen die Abgeordneten fortsetzen – im zuständigen Fachausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität. Die entsprechende Überweisung wurde von der Versammlung beschlossen. Vielleicht ist es dort dann ja auch wenigstens etwas wärmer.

Schott
Kritisiert die Energiesparmaßnahmen des Bezirksamts Hamburg-Nord als unzureichend: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Schott Foto: CDU Nord

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