21. Januar 2023
Hamburg-Nord

Filme und Vorträge gegen das Vergessen

Am 27. Januar beginnt die Woche des Gedenkens

Gestapo

Die Eppendorfer Kunstklinik zeigt am 10. Februar den Film „Bis die Gestapo kam – das Chinesenviertel in St. Pauli“ über ein noch wenig erforschtes Kapitel in Hamburg Foto: Rotermund

HAMBURG-NORD Die Woche des Gedenkens hat im Bezirk eine mehr als 20-jährige Tradition. Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar gibt es jedes Jahr rund um dieses Datum eine Vielzahl von Veranstaltungen, die an die Schrecken der NS-Zeit erinnern.

Eröffnet wird die Woche des Gedenkens mit einer Feierstunde am Freitag, 27. Januar um 18 Uhr im Bezirksamt in der Robert-Koch-Straße. Die Festrede hält der Historiker Johannes Grossmann. Er forscht als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Projekt „Stolpersteine in Hamburg, eine historische Spurensuche“ zu den Biografien von Jugendlichen, die sich gegen die Hitlerjugend auflehnten.

In diesem Jahr sollen bei der Woche des Gedenkens ganz besonders die Schicksale von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. So gibt es zum Beispiel von der Geschichtsgruppe Dulsberg am Sonntag, 5. Februar um 15 Uhr einen Vortrag zum Thema „Kindheit und Jugend in der NS-Zeit“ im Nachbarschaftstreff Elsässer Straße 15. Der Eintritt ist frei.

Das Bürgerhaus Barmbek (Lorichstraße 28a) hat am Freitag, 3. Februar eine Zeitzeugin zum Gespräch eingeladen: Marianne Wilke (Jahrgang 1929) berichtet über ihre Kindheitserlebnisse in der NS-Zeit.

Das Goldbekhaus, Moorfurthweg 9, zeigt anlässlich der Woche des Gedenkens am 24. März um 20 Uhr ein Schauspiel über die Weitergabe von Traumata zwischen den Generationen mit Irene Kleinschmidt und Franziska Mencz (Eintritt: 12 Euro).

Ein Thema, das sonst eher selten im Fokus steht, greift die Kunstklinik Eppendorf auf: Die Verfolgung und Internierung Hamburger Chinesen. Der Film mit Gespräch „Bis die Gestapo kam – das Chinesenviertel in St. Pauli“ arbeitet die „Chinesenaktion“ am 13. Mai 1944 auf, bei der 130 chinesische Männer festgenommen, misshandelt und monatelang in das Arbeitserziehungslager „Langer Morgen“ im Hamburger Hafen inhaftiert wurden. (Freitag, 10. Februar, 19 Uhr, Martinistraße 44a, Eintritt: 5 Euro).

Auch musikalisch schlägt die Woche des Gedenkens Brücken in die Vergangenheit: Alexander Kranich und Band präsentieren, ebenfalls in der Kunstklinik, am Freitag, 3. Februar um 19 Uhr Originalkompositionen Coco Schumanns und Auszüge aus dem überlieferten Repertoire der ‚Ghetto Swingers‘.

Alle Infos zum Programm der Woche des Gedenkens unter https://www.hamburg.de/hamburg-nord/16821550/woche-des-gedenkens-2023/

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