14. August 2021
Dulsberg

„Pappkameraden“ statt Feier-Spaß

Ungewöhnliche Aktion in der HafenCity zur Eröffnung des SOS-Kinderdorf

Da es wegen Corona keine große Eröffnungsfeier geben kann, jubeln Hunderte Kinder aus Pappe jetzt auf den Marco-Polo-Terrassen Foto: SOS-Kinderdorf

Da es wegen Corona keine große Eröffnungsfeier geben kann, jubeln Hunderte Kinder aus Pappe jetzt auf den Marco-Polo-Terrassen Foto: SOS-Kinderdorf

DULSBERG Im August ist es nun nach drei Jahren Bauphase endlich so weit: Mitten auf dem Dulsberg ziehen die ersten Familien in das SOS-Kinderdorf ein. Gleichzeitig öffnet das große Familienzentrum mit einem Café für den gesamten Stadtteil und interessanten Angeboten für Eltern und Kinder.

„Es ist das erste Mal, dass SOS-Kinderdorf-Familien mitten in der Stadt leben werden“, betont Torsten Rebbe, Leiter der Einrichtung, der das Projekt als „das Highlight meiner Arbeit hier auf dem Dulsberg“ empfindet. Da es wegen der Corona-Pandemie leider keine große Eröffnungsfeier für den neuen Hafen für Familien geben darf, wurden jetzt Hunderte Kinder aus Pappe auf den Marco-Polo-Terrassen aufgestellt, die die Öffnung Corona-Konform ankündigen sollen.

Ab sofort können Familien vom Dulsberg nun das SOS-Familienzentrum besuchen, leckere Waffeln mit heißen Kirschen im Café Krümel zu günstigen Preisen genießen, im Kinderkleiderladen Klecks nach gut erhaltener Kleidung stöbern oder an einem der vielen Kurse teilnehmen. Die jubelnden Kinder in der HafenCity stehen dabei symbolisch für die Anzahl der Gäste, die das SOS-Familienzentrum Dulsberg monatlich erwartet. Die Hamburger Sängerin Jule Böttcher – alias „Seemannstochter“ –, die auch Botschafterin des SOS-Kinderdorfes ist, hat extra zur Eröffnung das Lied „Lichtermeer“ geschrieben.

Im Wohnbereich des neuen Komplexes gleich neben der Kirche am Straßburger Platz werden insgesamt drei SOS-Kinderdorf-Familien wohnen, die bis zu vier Kinder und Jugendliche aufnehmen und ein neues Zuhause bieten, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. Zwei Familien sind bereits für das Projekt gefunden worden, eine dritte wird noch gesucht. „Für diese kurze Zeit der Planungen, sind wir sehr glücklich, schon zwei Familien gefunden zu haben, die mit den ersten Kindern jetzt einziehen werden“, betont Rebbe. Wenn sich noch eine dritte Familie berufen fühlt, „Kann diese mit uns gern Kontakt aufnehmen“, so der Leiter der Einrichtung. Das Zusammenleben mit den SOS-Kinderdorf-Kids sei eine große Herausforderung aber auch eine Aufgabe, die zutiefst erfüllen kann: „Für mich persönlich ist mit diesem Projekt ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen, in dem jede Menge Herzblut steckt.“

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