18. September 2021
Barmbek

Zu den Orten der Zwangsarbeit im NS-Reich

Geschichtswerkstatt lädt zu einer Fahrradtour mit wichtigem Hintergrund ein

Zwangsarbeiterinnen im Arbeiterlager an der Burmesterstraße Foto: Geschichtswerkstatt Barmbek

BARMBEK Das Thema Zwangsarbeit im Nationalsozialismus war lange Zeit ein verdrängtes Kapitel der Nachkriegsgeschichte. Auch Barmbek schien ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Erst durch die lokale Forschung in Hamburg, die Entschädigungsdiskussion und die drohenden Sammelklagen begann sich das zu ändern.

Die Geschichtswerkstatt Barmbek nähert sich jetzt dem Thema über eine Fahr-radrundfahrt an, auf der ausgewählte Biografien, Firmen und Örtlichkeiten vorgestellt werden. In vielen kleinen und großen Betrieben wurden in der NS-Zeit Zivilarbeiter und Kriegsgefangene aus ganz Europa zur Zwangsarbeit eingesetzt, um den Arbeitskräftemangel auszugleichen und die Produktion und Versorgung in Hamburg aufrechtzuerhalten sowie die deutsche Kriegsindustrie zu unterstützen.

Rund 76 Unternehmen in Barmbek und Winterhude sollen Zwangsarbeiter/-innen eingesetzt haben, die in 105 Lagern untergebracht waren. Nicht nur Firmen der Rüstungs- und Metallindustrie waren dabei. Auch in der Lebensmittelproduktion waren Zwangsarbeiter/-innen tätig, darunter in der Fischfabrik Walkhoff am Alten Teichweg, bei Gosch an der Hamburger Straße, in der Konservenfabrik Kammholz & Langer an der Elsastraße, in der Margarinefabrik Voss an der Bramfelder Straße oder in der Bäckerei Kloss an der Hamburger Straße.

Auch städtische und staatliche Unternehmen und öffentliche Einrichtungen hatten mit Zwangsarbeit zu tun, wie zum Beispiel das Gaswerk Barmbek, die Hochbahn, die Reichsbahn, die Hamburgische Schiffbauversuchsanstalt, Kirchen, Schulen, Gaststätten und Krankenhäuser. Die Fahrradrundfahrt „Zwangsarbeit in Barmbek” startet am Wiesendamm, Ecke Poppenhusenstraße am ehemaligen Turmbunker. Anmeldung unter Telefon 293 107 oder per E-Mail an: geschichtswerkstattbarmbek@alice-dsl.de.

So, 19. September, 14 Uhr, 5 Euro, Wiesendamm, Ecke Poppenhusenstraße

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