5. Juni 2021
Barmbek

Was war schuld an der Explosion?

Ursachenforschung der Experten läuft

Ein Bild der Verwüstung bot sich den Rettern am Unglücksort. Das Haus soll abgerissen werden Fotos: citynewstv

BARMBEK Ein Toter, ein komplett zerstörtes Gebäude und ein für drei Tage unterbrochener Verkehr auf der Linie U 3: Das ist das Ergebnis einer schweren Explosion am vergangenen Montag an der Hamburger Straße.

Als die Feuerwehrleute am Montagmorgen am Unglücks­ort an der Hamburger Straße eintrafen, hatte ein Mann am Fenster gestanden – und musste unter Lebensgefahr der Einsatzkräfte gerettet werden. Der Mann wurde mit schwersten Verletzungen in das Unfallkrankenhaus Boberg gebracht. Trotz intensiver Bemühungen der Ärzte verstarb der Mann am Nachmittag. Nach vorliegenden Informationen waren mehr als 80 Prozent seiner Haut verbrannt.

Sowohl seine Identität als auch die Ursache der Explosion seien weiter nicht bekannt, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag. Da das einsturzgefährdete Haus eine große Gefahr darstelle, dauerten die Ermittlungen an, hieß es weiter.

Trümmerteile lagen auf der U-Bahn-Strecke

Völlig unklar war bei Redaktionsschluss die Ursache der Explosion. Das Gebäude hat Kenntnisstand der Feuerwehr keinen Gasanschluss. Auch konnten bislang keine anderen Hinweise gefunden werden, dass Gas eine Rolle bei
der Explosion spielte – auszuschließen sei ein Gas-Unglück dennoch nicht, hieß es.
Brandermittler des Landeskriminalamtes hatten am Montag eine Drohne eingesetzt, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen; am Dienstag half auch der Polizeihelikopter „Libelle“ bei der Erkundung. Im Inneren des Gebäudes sind mehrere Wände umgekippt oder durch die Wucht der Explosion verrückt worden. Ein wichtiger Teil der Arbeit der Brandermittler ist es, das Zentrum der Explosion zu lokalisieren.

Wann ein Ergebnis der Untersuchungen vorliegt, war bei Redaktionsschluss nicht absehbar. Gerüchte, denen zufolge ein Drogenlabor bei der Explosion eine Rolle gespielt haben soll, lassen sich bisher in keiner Weise bestätigen.
Die Explosion ereignete sich gegen 4.30 Uhr in einem Gebäude in einem Hinterhof, in dem verschiedene Gewerbe Büros nutzen. Ein Teil des Baus stürzte ein. Trümmerteile flogen auch auf die Gleise der nahe liegenden U-Bahns-Strecke. Rund 150 Einsatzkräfte waren am Montagmorgen vor Ort. Das Gebäude soll nun abgerissen werden.

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