20. November 2021
Barmbek

Sportzentrum für Barmbek geplant

Verein nicht mit allen Planungen einverstanden

Andreas Weise und Andreas Malmgren hätten sich bei den Planungen mehr Mit-spracherecht gewünscht Foto: Grell

BARMBEK Direkt an der Habichtstraße, Ecke Lämmersieth, ist auf dem Gelände des SC Urania ein neues Sportzentrum für Barmbek geplant, für das vom Bezirk über sechseinhalb Millionen Euro ausgegeben werden sollen.

Wo heute ein marodes Umkleidehäuschen aus der Nachkriegszeit, eine Gastronomie mit weniger attraktiver Inneneinrichtung und ein längst verbrauchter Grandplatz kaum noch neue Mitglieder anziehen, soll der SC Urania jetzt einen Kunstrasenplatz, ein neues Vereinshaus und moderne Umkleidekabinen bekommen. Die Baugenehmigung wird für Anfang des kommenden Jahres erwartet. Gebaut werden sollen zwei Neubauten in Holzbauweise: Ein eingeschossiges Umkleidehaus und ein Sportzentrum mit einer Bewegungshalle, zwei Gymnastikräumen, einer Geschäftsstelle, Gas–tronomie und einem Multifunktionsraum.

Das hört sich zunächst absolut attraktiv an, doch Andreas Weise und Andreas Malmgren vom Vorstand hätten sich mehr Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Planung zusammen mit dem Bezirk als Bauherrn gewünscht, „denn nach der Übergabe müssen wir ja mit unseren 600 Mitgliedern allein für die Kosten der Unterhaltung aufkommen.“

So plädiert der Verein beispielsweise für ein Blockheizkraftwerk in Verbindung mit Solarenergie, um die Heizkosten insgesamt zu senken. Angedacht vom Bezirk ist hier die Anbindung an die wesentlich teurere Fernwärme. Besonders schade finden die Mitglieder, dass es keine Fahrradstrecke mehr auf dem Platz geben soll und damit die Fahrradkurse, die gerade auch von Frauen mit Migrationshintergrund genutzt wurden, ganz entfallen müssen. Grund dafür ist die Vermeidung von versiegelten Flächen.

Die knapp 2000 Quadratmeter Fläche sei jetzt leider auf 1300 zusammengestrichen worden. Für den Verein sei es zudem selbstverständlich gewesen, dass bei einem Neubau auch komplett Behindertengerecht gebaut werden sollte. Einen Fahrstuhl in den ersten Stock, in dem die Verwaltung und auch die Anmeldung für den Verein liegen werden, soll es aber nach aktuellen Entwürfen nicht geben, und auch Parkplätze für Menschen mit Behinderungen sind nicht angedacht. „Und das, obwohl hier ja Reha-Sport im Fokus stehen soll“.

Das Volumen der Sporthalle hätten sich die Mitglieder des SC Urania um 20 Quadratmeter größer gewünscht, was nun „allein durch eine Hecke auf dem Grundstück, die unter den Bestandsschutz fällt, verhindert wird“. Die hauptsächlichen Kritikpunkte des Vereins liegen somit bei der fehlenden Kooperation in Bezug auf die Planungen, den verkleinerten Nutzflächen, der Energieplanung und der fehlenden Parkmöglichkeiten. „Wenn neu gebaut wird, dann wäre es toll gewesen, wenn alle am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sind.“

Das alte Umkleidehäuschen wird heute nur noch als Wasch­küche genutzt. Der Standard ist nicht mehr zeitgemäß Foto: Grell

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