28. Mai 2022
Barmbek

Plötzlich allein im fremden Land

Gerade ältere Geflüchtete brauchen einen Treffpunkt

Viele Einzelschicksale hat Lola Bilous in den vergangenen Wochen mitbekommen, vor allem berührt sie die Situation der alten Menschen, die vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflohen sind. Ihnen möchte sie einen Treffpunkt anbieten Foto: Christina Busse

BARMBEK/WINTERHUDE Lola Bilous engagiert sich seit mehreren Wochen in der Flüchtlingsunterkunft im Mundsburg Tower. Neben Beruf und Familie bringt sie sich hier in ihrer Freizeit als Dolmetscherin ein und erleichtert den Ankommenden die ersten Schritte am neuen Wohnort.

Sie vermittelt bei der Anmeldung in der Schule, beim Jobcenter, hilft bei der Arztsuche und beim Gang zur Apotheke. Ihre Erfahrung: Die Hilfsbereitschaft der Hamburger/-innen ist groß, doch die Bedürfnisse der älteren Geflüchteten werden vergessen.

Austausch unter Gleichgesinnten

„Ältere Menschen fühlen sich oft sehr verloren. Sie haben auch viel erlebt, sind traumatisiert, sind plötzlich in einem fremden Land, verstehen die Sprache nicht und können sich nicht mitteilen. Anders als junge Leute und Familien haben sie keine Anknüpfungspunkte im Alltag und sind teilweise ganz alleine, ohne Angehörige, auf sich gestellt“, erläutert Bilous.

Ihnen fehle vor allem der Austausch unter Gleichgesinnten. So kam die Hamburgerin auf die Idee, ein erstes kleines Treffen für geflüchtete Senior/-innen in einem Café zu organisieren. Die Resonanz hat sie dazu ermutigt, die Idee weiter zu verfolgen. Dazu sucht sie jetzt interessierte Mitstreiter/-innen. Wer das Projekt aktiv unterstützen will oder einen zentral gelegenen Raum anbieten kann, in dem sich alte Menschen einmal pro Woche zum Tee treffen können, ist herzlich willkommen.

Interessenten kommen einfach zum nächsten Netzwerktreffen von Wir im Quartier, das am Mittwoch, 1. Juni, um 18 Uhr im Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, stattfindet.

Anmeldungen bei Lola Bilous per E-Mail: lola.bilous@gmail.com

Auch interessant