20. Mai 2020
Barmbek

Kreative Filmkunst ausgezeichnet

Kinopreis geht diesmal auch ans Magazin

Auf den 370 Plätzen im Magazin Filmkunsttheater kann man zurzeit nur virtuell Platz nehmen Foto: Busse

HAMBURG-NORD Das mit der Verleihung des Hamburger Kinopreises 2020 verbundene Preisgeld von insgesamt rund 100.000 Euro soll die finanzielle Krise abmildern, in der sich die Häuser aufgrund der angeordneten Schließung befinden.

Die Verleihung wurde aufgrund der Corona-Situation in den Mai vorgezogen: Traditionell würdigt die Kulturbehörde gemeinsam mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein die Programm- und Stadtteilkinos im Spätsommer für ihr Engagement.

Erstmals fand die Auszeichnung im Rahmen einer digitalen „Home Edition“ statt: Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien, traf sich im Videochat mit 40 Kinobesitzern und Filmschaffenden aus dem Norden. Zu den 15 Preisträgern gehören das Magazin Filmkunsttheater am Fiefstücken (8000 Euro) und das Alabama in der Jarrestraße (7000 Euro). „Die Preisträger zeigen, wie innovativ und kreativ die Branche ist. Eigenschaften, die wir gerade in den kommenden Wochen brauchen werden, wenn es verstärkt darum geht, die Kinos auch dabei zu unterstützen, unter den neuen Bedingungen Filmkunst wieder zeigen zu können“, sagte Schiedek.

Anfang April hatte der Senat bereits die „Kino Hilfe Hamburg“ über 550.000 Euro initiiert, um die Corona-Auswirkungen abzufedern. Außerdem haben die Programmkinos selbst die Spendenkampagne „Hamburger Kinorettung“ ins Leben gerufen (www.startnext.com/hamburgerkinos).

„Die Soforthilfe der Stadt ist eingegangen“, bestätigt Arndt Eggers, Betreiber des Magazin Filmkunsttheaters. Hier gehen Film-Fans auch zu Corona-Zeiten nicht leer aus: Auf seiner Homepage bietet Eggers jede Woche neuen, kostenlosen Kinogenuss. Bis Mittwoch zeigt der Film „Road to Prypjat“ wie es 30 Jahre nach dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl im Sperrgebiet aussieht. Ab Donnerstag hat man Gelegenheit, gemeinsam mit einem Briefträger das Blankeneser Treppenviertel der 1960er-Jahre zu erkunden. „Die große Anzahl an Zugriffen macht Spaß“, freut sich Eggers über das direkte Feedback.

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