16. September 2022
Barmbek

Jetzt schlägt auch die Stadtteilkultur Alarm

Häuser in Not Auf Corona folgt Energiekrise

Das Goldbekhaus sieht sich mit großen finanziellen Herausforderungen konfrontiert Foto: Hörmann

BARMBEK  Energiekrise und Inflation wird auch die Stadtteilkultur treffen, die ohnehin durch die Pandemie angeschlagen ist.

Das Goldbekhaus schlägt gemeinsam mit anderen Stadtteilkulturzentren in Hamburg-Nord, dem Bürgerhaus Barmbek, ella Kulturhaus Langenhorn, Kulturpunkt im Barmbek Basch, Kunstklinik Eppendorf, Zinnschmelze und dem Stadtteilbüro Dulsberg Alarm: „Nach mehr als zwei Jahren Einschränkungen durch die Pandemie ist die Situation aller Kulturhäuser angespannt. Zugleich erleben wir nun die nächste Krise – und nicht zuletzt die wirtschaftlichen Folgen durch (Energie-)Kostensteigerungen und die hohe Inflationsrate“, heißt es in einem gemeinsamen Statement. Ende August haben die Zentren Nord die rote Flagge gesetzt und der Bezirksversammlung Hamburg-Nord dieses Statement mit einer Hochrechnung vorgelegt, um die finanziell prekäre Lage zu verdeutlichen und bei zukünftigen Haushaltsberatungen zu berücksichtigen.

Der gemeinsame Dachverband für ganz Hamburg, Stadtkultur Hamburg, warnt, dass „die Hamburger Stadtteilkultur schon bald in eine existenzgefährdende Lage gerät, wenn sie keine angemessene Unterstützung erhält“. Der Dachverband schätzt. dass die Einrichtungen der Stadtteilkultur für Betriebskosten etwa das Dreifache bisheriger Summen aufwenden werden müssen: „Ohne eine deutliche Anhebung der Förderungen wird die Stadtteilkultur ihre Arbeit nicht ohne weiteres fortsetzen können und bald am Boden liegen.“

Der Hilferuf der Stadtteilkultur wurde bereits gehört – von Seiten der Kommunalpolitik fordert die FDP Unterstützung für kulturelle Einrichtungen und Sportvereine in Hamburg-Nord. Ralf Lindenberg, Abgeordneter der FDP-Fraktion: „Diese wichtigen Einrichtungen, die ohnehin nur mit einem sehr schmalen Budget auskommen müssen, dürfen nicht vergessen werden!“ Die FDP-Fraktion hält es deswegen für dringend geboten, dass die zuständigen Entscheidungsträger auf Landes- und Bezirksebene die Kulturschaffenden und Vereine, die ihre eigenen Sportstätten unterhalten, nicht aus dem Blick verlieren und ihnen wichtige Unterstützung zukommen lassen. Weder die Stadt Hamburg noch der Bezirk Hamburg-Nord könnten es sich leisten, so die FDP weiter, etablierte und im Bezirksgebiet tief verwurzelte Einrichtungen in der wortwörtlichen Kälte stehen zu lassen.

Auch interessant