3. Juli 2021
Barmbek

Hilfe für Wohnungslose

Koalition favorisiert „Housing First“

Marcel Bulawa, Sprecher für Soziales der Grünen-Fraktion Hamburg-Nord, macht sich für „Housing First“ stark: „Das alte Stufenmodell hat ausgedient.“ Foto: Reiffert

BARMBEK Obdachlosigkeit ist auch in Hamburg ein großes Problem. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass bestehende Hilfsangebote an ihre Grenzen stoßen. Deshalb wurde jetzt das Bezirksamt Nord auf Initiative von Grün-Rot hin gebeten, die Mitglieder des Sozialausschusses über das „Housing First“-Konzept zu informieren und Vorschläge zu erarbeiten, wie der Bezirk die Umsetzung in Hamburg unterstützen kann.

„Housing First“ sieht vor, dass Menschen, die auf der Straße leben, ohne Vorbedingungen eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag erhalten. Anders als beim aktuell angewandten „Dreistufenmodell“ können die Betroffenen nach dem Einzug in die eigene Wohnung und den ersten Schritten in ein geregeltes Leben selbst entscheiden, ob sie Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen wollen. Hamburg weist bereits ein umfangreiches Hilfesystem auf – etwa „Visite Sozial“, „Herz As“ und das Winternotprogramm.

Das vergangene Jahr habe laut Grünen aber gezeigt, dass es an seine Grenze stößt. Das Winternotprogramm biete auch keine langfriste Perspektive, aus der Obdachlosigkeit herauszukommen. Daher hat die rot-grüne Landesregierung im Mai Geld für ein dreijähriges, hamburgweites Modellprojekt bereitgestellt. Die Ergebnisse dieses Projektes sollen im Juni 2022 vorgestellt werden.

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