14. Mai 2022
Barmbek

Gegen Rassismus und Ausgrenzung

Bertini-Preis an Ilse-Löwenstein-Schule übergeben

87 Schüler und vier Projekte wurden in diesem Jahr ausgezeichnet Foto: Grell

BARMBEK Immer mehr Hamburger Schüler setzen sich gegen Rassismus und Ausgrenzung ein. 87 von ihnen wurden in diesem Jahr für ihr besonderes Engagement mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet. Darunter auch Schüler der Ilse-Löwenstein-Schule.

Dort hat man sich mit der Geschichte ihrer Namensgeberin auseinandergesetzt und verschiedene Aktionen realisiert, wie eine Befragung der Anwohner im Stadtteil und das Putzen der Stolpersteine im Quartier. Schulleiter Ingo Straub ist begeistert vom Engagement: „Mit den Projekten haben die Schüler ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, unsere Namensgeberin Ilse Löwenstein noch einmal geehrt und dafür gesorgt, dass ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät.”

Sozialsenatorin Melanie Leonhard, Isabella Vértes-Schütter, Vorsitzende des Bertini-Preis- Vereins, und Marione Ingram, 86-jährige Zeitzeugin der Verfolgung während der NS-Zeit, überreichten im Ernst Deutsch Theater den Preis und sprachen ihren Dank aus. Aufgrund der Corona-Pandemie war die Verleihung, die üblicherweise am „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus” stattfindet, auf den
8. Mai verschoben worden, dem Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Der Preis ging in diesem Jahr an drei weitere Projekte, darunter an die Kampagne „Wir geben Euch nicht ab“ von Schülern der Nelson-Mandela-Schule und des Helmut-Schmidt-Gymnasiums, das Kooperationsprojekt „Child Survivor Marione Ingram“, vom Friedrich-Ebert-Gymnasiums mit der Holocaust-Überlebenden Marione Ingram, und das Theaterprojekt „Menschsein ist eine Entscheidung – Du hast die Wahl“ des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Der Name des Preises geht zurück auf den Roman „Die Bertinis“, in dem der Hamburger Schriftsteller Ralph Giordano das Schicksal seiner Familie und das Verhalten der Hamburger während der NS-Zeit schildert.

Auch interessant