1. April 2020
Barmbek

Frischer Wind in der Bürgerschaft

22-Jährige ist bundesweit jüngster SPD-„Kopf“ in einem Landesparlament

Sarah Timmann aus Barmbek ist bundesweit die jüngste SPD-Abgeordnete in einem Landesparlament Foto: SPD Barmbek

BARMBEK Die Bürgerschaftswahl am 23. Februar brachte einige positive Überraschungen für die
Sozialdemokraten.

Aber nicht nur der Erste Bürgermeister konnte sich über das Ergebnis freuen, auch seine junge Parteigenossin Sarah Timmann strahlt bis heute. Für sie hieß es nach dem amtlichen Endergebnis: Plötzlich Bürgerschaftsabgeordnete. Und nicht nur das, sie ist mit 22 Jahren bundesweit die jüngste SPD-Abgeordnete in einem Landesparlament. Das Wochenblatt sprach mit ihr.

Hamburger Wochenblatt: Jüngste SPD-Abgeordnete in einem Landesparlament – wie fühlt sich das an?

Sarah Timmann: Erst einmal fühlt man sich nicht wahnsinnig verändert, gerade
in dieser besonderen Situation steht für alle die Bekämpfung des Coronavirus im Vordergrund. Ich nehme aber alles wissbegierig auf, freue mich auf die kommende Arbeit und die damit ver-
bundenen Gestaltungsmöglichkeiten in der Bürgerschaft.

WB: Ihr Einzug in die Bürgerschaft war ja ein Direktmandat – wie sieht Ihr Bezug zu Ihrem Wahlkreis aus?

Timmann: Genau, ich bin für den Wahlkreis 9 – Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg – in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt worden. Ich lebe schon mein ganzes Leben lang in Barmbek-Nord, bin auf dem Dulsberg zur Schule gegangen, schwimme in Barmbek-Süd und engagiere mich seit vielen Jahren in der SPD und bei den Jusos für unseren Wahlkreis.

WB: Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der Politik sammeln können?

Timmann: Ich bin Anfang 2014 in die SPD eingetreten, war von Anfang an aktiv in die Parteiarbeit eingebunden und auch schnell in Verantwortung. Beispielsweise war ich einige Jahre stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos in Hamburg-Nord.

WB: Konnten Sie bereits vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-krise an einer Sitzung teilnehmen, und wie haben Sie diese erlebt?

Timmann: Ja, wir haben uns am 18. März als Bürgerschaft konstituiert und hatten im Vorwege eine Fraktionssitzung – allerdings waren beide Sitzungen sehr neu für alle Beteiligten. Genügend Sicherheitsabstand und viel Desinfektionsmittel standen neben der normalen Tagesordnung und der Wahl der Bürgerschaftspräsidentin im Vordergrund. Bei der konstituierenden Sitzung durfte ich als zweitjüngstes Mitglied der Bürgerschaft die Rolle der Schriftführerin übernehmen – Teil des Präsidiums zu sein war sehr spannend und aufregend!

WB: Was möchten Sie politisch bewegen, welche Themen liegen Ihnen am Herzen?

Timmann: Mir liegen vor allem die Themen Jugend, Soziales, Sport und Justiz am Herzen. Ich möchte die Rahmenbedingungen für den Breiten- und Leistungssport in Hamburg weiter verbessern und insbesondere das erfolgreiche Landesleistungszentrum auf dem Dulsberg modernisieren, erweitern und zu einem echten „Schaufenster des Leistungssports“ für unsere Stadt ausbauen. Als ehemalige Hochleistungsschwimmerin habe ich das Thema auch in den letzten Jahren in der SPD stark vorangetrieben.

WB: Sie sind als eher junge Abgeordnete nicht allein im Parlament, gibt es jetzt frischen Wind in der Bürgerschaft?

Timmann: Die Ergebnisse zeigen klar, dass sich die Hamburgerinnen und Hamburger ein jüngeres und frisches Landesparlament gewünscht haben. In den letzten Jahren hat sich die jüngere Generation nicht wirklich politisch repräsentiert gefühlt. Ich hoffe, dass sich das mit diesem Wahlergebnis jetzt verändert hat. Ich möchte mit jungen Themen meinen Teil dazu beitragen, eine gute Politik für Hamburg zu machen.

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