21. Mai 2022
Barmbek

Endlich in Sicherheit leben

Kriegsflüchtlinge sind in den Mundsburg Tower eingezogen

Ein gutes Hilfe-Netzwerk unterstützt die Geflüchteten: Ehrenamtliche Lola Bilous, Dieter Seelis und Natalia Daubert sowie Jennifer Scheib von F&W (2.v.l.) Foto: Busse

BARMBEK/WINTERHUDE Sie schieben ein Kleinkind im Buggy und tragen ein weiteres Kind auf dem Arm, in den Händen haben sie Taschen und Plastiktüten: So wie dieses junge Paar kommen seit rund drei Wochen geflüchtete Menschen aus der Ukraine im Mundsburg Tower an.

„Nach teils langer, verzweifelter Flucht kommen sie hier an. Eine Last fällt von ihnen ab, sie erfahren Schutz und Stabilität. Und sie merken, dass sie nicht alleingelassen sind. Denn es stehen Leute bereit, die sie in Empfang nehmen“, beschreibt Gabriele von Stritzky die Situation. Die Bereichsleiterin für Unterkunft und Orientierung bei Fördern & Wohnen (F&W) ist zurzeit im Dauereinsatz.

Etwa 50 Schutzsuchende sind bisher eingetroffen. F&W unterstützt die durch einen Fremdbetreiber untergebrachten Menschen mit einer Orientierungsberatung. Rund 250 Personen sollen in den Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen im Hochhaus wohnen. Etwa 150 weitere sollen später in einen umgebauten Gewerbebereich einziehen. Jennifer Scheib, Freiwilligenkoordinatorin bei F&W, ist froh, dass es mit den Initiativen Welcome to Barmbek, St. Gertrud hilft, Wir im Quartier und Die Stadtinsel e. V. ein eingespieltes Hilfe-Netzwerk gibt.

Natalia Daubert ist eine der Hamburgerinnen, die vor Ort unterstützen, neben Job und Familie leistet sie hier Übersetzungsarbeit. „Mir war klar, dass ich etwas tun musste. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schön ist, herzlich willkommen geheißen zu werden“, sagt die junge Frau, die als Kind von Kasachstan nach Deutschland kam. Auch Lola Bilous dolmetscht und begleitet Ankommende in ihre Wohnungen: „Sie sind erschöpft und können es oft erst einmal gar nicht fassen, dass sie hier Privatsphäre haben.“ Dieter Seelis von Wir im Quartier erläutert: „Wir bieten Familien persönliche Unterstützung in Fragen und Aufgaben des Alltags an – abhängig vom Bedarf und von der Situation in der Ukraine.“

Helfer melden sich bei Dieter Seelis, E-Mail: p.b.wiq@gmx.de oder Elke Steinweg, T 0173/267 72 41

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