8. Juli 2020
Barmbek

Ein Stück Industriegeschichte in neuem Glanz

Historischer Rolldrehkran am Museum der Arbeit strahlt nach Sanierung wieder

Mit „Bordmitteln“ wurde der Kran wieder schick gemacht Foto: SHMH

BARMBEK Seit fast 20 Jahren steht am Osterbekkanal in direkter Nähe zum Gelände des Museums der Arbeit ein historischer Rolldrehkran.

Er wurde von den Werkstätten der HHLA 1915 gebaut und war in den letzten Jahrzehnten vor seiner Übernahme durch das Museum 1993 bei der Baustofffirma Hakibau am Billhafen im Einsatz. Der Hafenkran ist als ältestes Objekt seiner Art in der Sammlung der Stiftung Historische Museen Hamburg ein wichtiges industriegeschichtliches Zeugnis zur Geschichte der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, in deren Gebäuden das Museum der Arbeit untergebracht ist.

2002 wurde der Kran erstmals umfassend saniert und an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Außer dem wetterbedingten Verschleiß wurde er in den vergangenen Jahren vermehrt mit Graffiti besprüht, sodass eine Neubeschichtung der Kranführerkabine und des Fahrwerks vorgenommen werden musste. Mit Unterstützung der benachbarten Saga-Unternehmensgruppe konnten die Museumswerkstätten im März mit der Sanierung beginnen, die nun zu einem ersten Abschluss gekommen ist. Bei den Arbeiten wurden zusätzliche Schäden an der Befestigung des Kranauslegers festgestellt, die bald eine umfassende Grundsanierung und Reparatur notwendig machen.

Am heutigen Standort des Drehkrans befand sich vor dem Ersten Weltkrieg eine Entladestelle, an der die Versorgung der damalige Gummi-Waaren Compagnie mit Kautschukballen und Kohle aus dem Hamburger Hafen erfolgte. In den ersten Jahrzehnten nach der Errichtung der Fabrik im Jahr 1873 endete der Kanal ungefähr auf Höhe der Saarlandstraße, und das Material musste von dort noch mit Pferdefuhrwerken zum Werk transportiert werden. Bis 1902 wurde der Osterbekkanal dann bis zum Gelände der New York-Hamburger verlängert, und die Schuten konnten nun direkt bei der Fabrik entladen werden.

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