3. September 2022
Barmbek

„Auch Familien haben uns entdeckt“

Junges Schauspielhaus geht mit „Subject Woyzeck“ in die neue Spielzeit

Ausblick auf die neue Spielzeit, in der auch eine Plattform für intensive und wagemutige Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen eröffnet wird Foto: Sinje Hasheider

BARMBEK Nach einer aufregenden, turbulenten und erfolgreichen ersten Saison auf den Bühnen am neuen Standort Wiesendamm 28 startet das Junge Schauspielhaus jetzt in die kommende Spielzeit.

„Wir sind angekommen in unserem neuen ,Theater-Zuhause‘ und haben neues Publikum aus dem Stadtteil gewonnen. Nicht nur die Schulen, auch die Familien haben uns entdeckt“, so Klaus Schumacher, der der Künstlerische Leiter des Jungen Schauspielhauses ist.

Er geht zuversichtlich ins neue Theaterjahr und wünscht sich für die Zukunft noch mehr Begegnungen zwischen den Generationen, bei denen vor allem die Perspektiven der jungen Menschen, ihre Fragen an und ihre Träume für die Zukunft im Zentrum stehen sollen. „Natürlich geht es darum, wie wir leben wollen“, so Schumacher: „Wir stehen als Zivilisation an einem Wendepunkt, so empfinde ich es zumindest. Die Themen werden globaler, krisenhafter, bedrohlicher, das kann, aber das soll und darf uns nicht nur Angst machen.“ Der Spielplan soll das Leben bejahen, das Theater ein Ort der Zusammenkunft, des Austauschs und der Ermutigung sein.

Zehn Premieren stehen auf dem Programm. Während „Subject Woyzeck (into the void)“ in der Regie von Moritz Franz Beichl die kapitalistischen Ausbeutungsmechanismen hinterfragt (Premiere am Samstag, 3. September, 19 Uhr, weitere Vorstellungen im September und Oktober), gibt „Generation One“ des Kollektivs Gonzo allen Zuschauern ab zehn Jahren die Möglichkeit, interaktiv und spielerisch eine neue Gesellschaft zu gründen (Uraufführung am Samstag, 1. Oktober). Der Liebesklassiker „Romeo und Julia“ in einer Neuinterpretation von Mathias Spaan ist ab Samstag, 12. November, zu sehen.

Mit der Spielzeit 2022/23 wird das Angebot um eine Plattform für intensive Theaterarbeit mit jungen Menschen erweitert, bei der es ums Mitmachen, Mitgucken und Mitreden geht. Die Teilnahme soll kostenfrei sein und wird über die Zeit-Stiftung ermöglicht. „Mit diesem Schauspielraum entsteht eine zweite Programmsäule, die Kindern und Jugendlichen einen Diskurs- und Spielraum unter professioneller Anleitung bietet“, so Schumacher.

Übersicht über Workshops und Programm unter www.jungesschauspielhaus.de

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