11. September 2021
Barmbek

Am Anfang war der „Stubben“

Pfenningsbusch Von Straßenbahn über Nissenhütten bis Stadtgrün

Die Aufnahme aus dem Jahr 1958 zeigt nach dem Krieg neu gebaute Wohnhäuser und den wiederaufgebauten Block an der Ecke Reyesweg. In der Fahrbahnmitte fuhr früher die Straßenbahn Foto: Geschichtswerkstatt Barmbek/Archiv

BARMBEK Auf einer Barmbeker Flurkarte aus dem Jahre 1840, einer Art
Vorläufer für spätere Stadtpläne, findet man den Namen „Pennbusch“. Diese Bezeichnung geht auf den Begriff „Pennick“ zurück, was so viel heißt wie „niedriger Baumstumpf“, auch als „Stubben“ bekannt.

1908 wurde für eine dort geplante Straße der Name „Pfenningsbusch“ festgelegt. Übersetzen lässt sich dies mit „Gehölz mit Stubben“. Die Straße wurde in den Jahren 1906 bis 19013 angelegt. Zwischen den beiden Fahrbahnen wurde ein zehn Meter breiter Mittelstreifen freigehalten. Er sollte später die Gleise einer neuen Straßenbahnlinie aufnehmen, was aber erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges realisiert werden konnte. So begann der Betrieb der Linie 21 am 15. Februar 1921 und endete erst durch die massiven Kriegszerstörungen im Juli 1943.

Die Züge der Linie 21 starteten an der Drosselstraße und fuhren über Pfenningsbusch, Von-Essen-Straße und Ritterstraße bis nach Rothenburgsort. Ihr Hauptzweck war es, die Barmbeker Arbeiter von Montag bis Sonnabend zu den zahlreichen Arbeitsstätten in Hamm, Hammerbrook und Rothenburgsort zu bringen. An Sonntagen gab es nur einen eingeschränkten Fahrplan.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Linie 21 aufgegeben, weil alle Stadtteile beiderseits der Strecke nahezu vollständig zerstört waren. Bis 1953/54 hat man den freigeräumten Mittelstreifen für die Aufstellung von Behelfsheimen, den sogenannten Nissenhütten, genutzt. Die Wohnblöcke am Pfenningsbusch wurden teilweise wiederaufgebaut, zum Teil entstanden neue Häuser. Der Mittelstreifen wurde später lange Zeit weitgehend sich selbst überlassen. Heute befindet sich hier eine Grünfläche mit hochgewachsenen Bäumen.

Hiermit endet die Reihe „Barmbek in den 1960er-Jahren“

Heute sorgen Bäume und Sträucher auf dem Mittelstreifen dafür, dass der Pfenningsbusch zu den grünsten Straßen in Barmbek-Süd zählt Foto: Busse

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