24. Juli 2021
Barmbek

Als in der Eckkneipe noch das Bier floss

Barmbek in der 1960er-Jahren. Diesmal geht’s an die Weidestraße mit dem „Old Barmbek“

Die Weidestraße, Ecke Rönnhaidstrasse 1958. Letztere wurde nach dem Barmbeker SPD-Politiker in Adolph-Schönfelder-Straße umbenannt Foto: Geschichtswerkstatt Barmbek/Archiv

BARMBEK Eine echte Herausforderung, besonders bei Regen, stellten früher die überwiegend mit Steinen gepflasterten Barmbeker Straßen dar, wie man sie auf der historischen Aufnahme aus dem Jahr 1958 sieht. Holperig und rutschig war damals die Fahrt, so wie hier durch die Weidestraße.

Sie kreuzte sich an dieser Stelle mit der Rönnhaidstraße, die seit den 1960er-Jahren schrittweise auf ihre heutige Breite ausgebaut und 1970 in Adolph-Schönfelder-Straße umbenannt wurde.

Namensgeber war der in Barmbek geborene Zimmermann Adolph Schönfelder (1875-1966), der als SPD-Politiker von 1925 bis 1960 zahlreiche Ämter innehatte. Als Erster Vizepräsident des damaligen Parlamentarischen Rates unterschrieb er 1949, außer dem späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer, die Urfassung des deutschen Grundgesetzes. Auf dem Foto sind links im Bild die Reste eines ehemals hohen Etagenhauses zu erkennen. Nach dessen völliger Zerstörung im Juli 1943 und dem Abräumen der Trümmer, hat man um 1947 herum das Erdgeschoss wieder nutzbar gemacht. Passend dazu bekam die Eckkneipe den Namen „Old Barmbek”. Auch dieses Relikt musste der
Straßenverbreiterung weichen.

In Teil VI der Reihe „Barmbek in den 1960er-Jahren“ erfahren wir, warum die Dennerstraße vor dem Bau der Barmbeker Ringbrücke zweigeteilt wurde

Barmbek Historisch
Die Geschichtswerkstatt Barmbek hat wieder einen besonderen Schatz gehoben: Aus dem Archiv des alten Ortsamtes Barmbek wurden zahlreiche Diapositive übernommen und damit wertvolle Zeitdokumente der Vergangenheit erhalten. Die Bilder sind überwiegend in den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden. Die schönsten Aufnahmen von markanten Orten im Stadtteil stellt das Hamburger Wochenblatt im Rahmen einer achtteiligen Serie vor, die in unregel-mäßigen Abständen erscheint. Dabei fordert die Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Fotos zum Vergleich heraus. Wer sich darüber hinaus für die Stadtteilgeschichte interessiert, ist in der Geschichtswerkstatt, Wiesendamm 25, an der richtigen Stelle. Kontakt unter Telefon 293 107,
www.geschichtswerkstatt-barmbek.de.

 

An der Weidestraße befindet sich auch heute noch das Gebäude der ehemaligen Tretorn-Fabrik, in der Gummiwaren produziert wurden (rechts) Foto: Busse

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