16. Juni 2022
Topstory

Wahl der Giftpflanze des Jahres 2023

Öffentlichkeit entscheidet über Favoriten

Pflanzen

Von links: Tulpe, Oleander, Petersilie, Essigbaum und Klatschmohn Foto: Masch

HAMBURG Die Kartoffel ist Giftpflanze des Jahres 2022. Ab sofort stehen im Botanischen Sondergarten (BoSo) fünf Kandidaten zur Wahl für 2023: Essigbaum, Klatschmohn, Petersilie, Oleander und Tulpe.

Helge Masch (58) hat die öffentliche Kür 2004 eingeführt. „Kombiniert mit einem Bildungsprogramm haben wir das Vorschlagswesen an die Öffentlichkeit abgetreten“, erklärt der BoSo-Leiter. Zur Wahl stehen ein- und zweijährige Pflanzen, Stauden, Gehölze sowie Nahrungspflanzen. „Sie sind nicht unbedingt gefährdet.“ Doch wer in Garten und Wohnung Pflanzen kultiviere, sollte ihre Eigenschaften kennen.

So war einst nicht bekannt, dass nur gegarte Knollen der Kartoffel essbar sind. Per „Kartoffelbefehl“ hatte Friedrich der Große 1765 den Anbau der Ackerfrucht aus den Anden befohlen, ohne über ihre Nutzung aufzuklären. Heute ist sie aus Küchen nicht mehr wegzudenken. So auch Petersilie: „Sie ist gesund und lecker. Doch kaum einer weiß, dass sie nur im ersten Jahr essbar ist“, sagt Masch. Der Verzehr von Blüte und Früchten der zweijährigen Pflanze gefährde aber Frauen in der Schwangerschaft.

Der beliebte Klatschmohn enthalte Opioide wie der Schlafmohn. Auch Ziergehölze wie Essigbaum oder Oleander seien giftig. Was nicht bedeute, diese Pflanzen verbannen oder roden zu müssen. „Vielmehr tut Aufklärung not“, so Helge Masch weiter. Bei Führungen zeigt er Erwachsenen und Kindern den Umgang mit Giftpflanzen, sein Gebot: „Nichts anfassen oder essen, was ich nicht kenne.“

Bis 15. Dezember können Pflanzenfreunde ihr Votum zur Wahl der Giftpflanze 2023 abgeben. Für Interessierte gibt es Führungen im Botanischen Sondergarten: für Kinder am 12. Juli und 11. August, jeweils 11 Uhr.

www.hamburg.de/wandsbek/giftpflanze-des-jahres

Masch
Helge Masch arbeitet seit 39 Jahren im Botanischen Sondergarten Foto: privat

Auch interessant