9. August 2021
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Taliban nehmen Kundus ein

Was bleibt vom Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan?

Soldaten

Das waren noch Zeiten: Bundeswehrsoldaten gehen in Kundus nach einem Appell über den staubigen Aufmarschplatz Foto: bpb

HAMBURG Ende 2001 begann der Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch. Knapp fünf Wochen nach Ende des Engagements am 30. Juni ist die Provinzhauptstadt Kundus, wo die deutschen Truppen stationiert waren, nach heftigen Kämpfen wieder an die islamistischen Taliban gefallen. 150.000 deutsche Soldaten waren im Verlauf der fast 20 Jahren in Afghanistan stationiert. 59 davon starben.
Jetzt stellt sich die Frage: War es das wert?

Zumal man bei dem strategischen Ziel, Demokratie und Rechtsstaat nach Afghanistan zu bringen und den Menschen eine Perspektive von Freiheit und Frieden sowie Sicherheit zu bieten, kläglich gescheitert ist. Lediglich bei der Stromversorgung, dem Gesundheitswesen und dem Aufbau einer lebhaften Zivilgesellschaft in den Städten hat man Erfolge zu verzeichnen. Doch ein Rückfall in die blutigen 1990er-Jahre nach dem Abzug der Sowjettruppen droht nun auch das auszuradieren, was die Deutschen in Afghanistan mühsam versucht haben, aufzubauen.

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