30. August 2021
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Ist die 2G-Regel noch sozial?

Hamburg geht einen Sonderweg

Corona

Sollen nur noch Geimpfte und Genesene am sozialen Leben teilhaben dürfen? Symbolfoto: GettyImages

HAMBURG Die Hansestadt geht bei den Corona-Maßnahmen einen Sonderweg. Mit einem bislang bundesweit einmaligen 2G-Optionsmodell ermöglicht der rot-grüne Senat Veranstaltungen fast ohne Corona-Auflagen wie der Abstandspflicht – sofern nur Geimpfte und Genesene sie besuchen.

Das 2G-Optionsmodell für Geimpfte und Genesene ist eine Ergänzung des bestehenden 3G-Modells für Geimpfte, Genesene und Getestete. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Modellen besteht darin, dass beim 2G-Modell für Veranstalter und Gäste kaum noch Corona-Einschränkungen gelten. Denn wenn sich ausschließlich Geimpfte und Genesene auf einer Veranstaltung, in einem Club oder in einem Hotel treffen, besteht nach Ansicht des Senats ein so geringes Infektionsrisiko, dass Lockerungen möglich sind.

Juristisch betrachtet will Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach mehr als einem Jahr voller Einschränkungen nun dem Grundgesetz wieder zu seinem Recht verhelfen, etwa bei der Berufs- und Gewerbefreiheit. Politisch will er aber auch den Druck auf die Ungeimpften erhöhen. Nach dem Motto: Je weniger sie am sozialen Leben teilhaben können, desto mehr entscheiden sich dann vielleicht doch noch für eine Impfung. Auch beim 3G-Modell wird es für Ungeimpfte spätestens am 11. Oktober ungemütlicher, denn dann müssen Corona-Tests selbst bezahlt werden.

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