8. September 2022
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Gefahr durch Dürre und Hitze

Junge Straßenbäume sind gefährdet

Baum

Sumpfeichen in der Hafen-City sind durch versiegelte Baumscheiben gefährdet Foto: CEN

ROTHERBAUM Rund 250.000 Straßenbäume gibt’s in der Stadt, etliche werden jährlich gefällt und nachgepflanzt. An der Uni Hamburg wurde der Baumnachwuchs untersucht: Er leidet Stress wegen Wassermangel.

Alexander Schütt, Doktorand im Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) untersuchte mit einem Team 17 junge Bäume im Stadtgebiet nach deren Pflanzung: Mit diversen Sensoren in ihrem Wurzelraum wurden Daten erhoben. Sie zeigen: Wassermangel überschritt an allen untersuchten Standorten kritische Werte. „Ausschlaggebend für die Verfügbarkeit von Wasser waren Niederschläge über mehr als zehn Tage, das Alter der Bäume und die Bodentemperatur“, erklärt Schütt. Die Studie ermöglicht zukünftig Berechnung und Vorhersage von Wassermangel bei Bäumen.

Versiegelung vermeiden

Die Pflanzgrube mit speziell gemischtem Boden bedürfe ausreichender Größe. Empfehlenswert seien zwölf Kubikmeter (m3), bei den untersuchten Bäumchen maßen sie unter zwei m3. In der Stadt seien die Pflanzgruben meist zu klein, oft umgeben von Sandboden, der kaum Wasser speichern könne. Dazu kämen oft unterirdische Barrieren wie Bauschutt oder Kanalrohre. Schlecht gepflanzte Bäume nur zu gießen reiche nicht. „Die Stadt muss sie zudem über Jahre auch außerhalb des Pflanzballens bewässern.“ Mit dem Klimawandel nehme Wassermangel zu, der die jungen Bäume stresst: „Ihre Entwicklung stagniert, sie sterben oft, bevor sie 30 Jahre alt sind. Dabei könnten sie über 150 Jahre alt werden“, betont Schütt. Der Bodenkundler rät: Künftig Baumarten wählen, die Trockenheit und heißes Stadtklima besser vertragen, zudem Versiegelung und Verdichtung umliegender Böden vermeiden.

Seine Arbeit erschien jetzt im Fachjournal „Urban Forestry and Urban Greening“. Projektpartner war die Umweltbehörde (BUKEA).

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