30. Januar 2021
Alle Ausgaben

„Ohne diese Mittel, hätten wir nicht öffnen können“

„Neben den Laptops, die wirklich oft genutzt werden, und OP-Masken konnten wir Handtuch- und Desinfektionsspender anschaffen“, sagt Katja Buurman, Koordinatorin für das Begegnungszentrum Alte Schule Foto: Wir für Niendorf e.V.

Von der Corona-Soforthilfe der Bezirksversammlung Eimsbüttel gingen bisher im Schnitt etwa 3100 Euro pro Verein oder Einrichtung an die Antragsteller. In den Stadtteilen Lokstedt, Niendorf und Schnelsen bekamen „Lenzsiedlung e.V.“, „Herzliches Lokstedt e.V.“, „Wir für Niendorf e.V.“ sowie das „Freizeitzentrum Schnelsen“ zwischen 1000,- und 8300,- Euro.

‰„Wir haben Dinge angeschafft, um das empfohlene Hygienekonzept umzusetzen“, sagt Ralph Helling, Lenzsiedlung e.V. Der Verein bekam sogar schon zweimal Geld und schaffte dafür unter anderem Desinfektions- und Seifenspender sowie Desinfektionsmittel und Plexiglas-Scheiben zur Abtrennung an. „Außerdem hatten wir noch keine Mülleimer mit Deckel“, so Helling. „Lieber hätte ich das Geld direkt für die Menschen als für Plexiglas ausgegeben, aber wir sind auch froh, dass wir so weiterarbeiten und für die Menschen da sein können.“

Sogenannte „Digital-Multiplikatoren-Sets“ hat der Verein Herzliches Lokstedt angeschafft. „Dazu gehören Tablets sowie Bookii-
Stifte mit dem nötigen Zubehör“ so Anne Thaker, Sprecherin des Vereins Foto: Herzliches Lokstedt

‰„Wir haben zweimal Gelder erhalten“ erklärt auch Anne Thaker, Sprecherin von Herzliches Lokstedt e.V. „Einmal letztes Jahr als der erste Corona-Fonds Eimsbüttel aufgelegt wurde (ziemlich zu Beginn der Pandemie) und jetzt noch mal im Dezember aus der zweiten Auflage quasi“ so Thaker. „Beide Male lief es unter der großen Überschrift ‚Digital Lernen & Teilhaben‘. In der ersten Runde haben wir davon Digital-Multiplikatoren-Sets angeschafft. Dazu gehören Tablets sowie Bookii-Stifte – jeweils mit dem nötigen Zubehör“ so die Sprecherin. Die aktiven Ehrenamtlichen bringen damit den Menschen (vor allem in der Flüchtlingsunterkunft in Lokstedt) die digitale Welt näher. Außerdem werde den Bewohnern mittels Leihgeräten die Nutzung von Tablets und Bookii-Stiften beigebracht, damit alle die gleichen Chancen haben und sich bei einer eigenen Anschaffung auskennen und die Geräte nutzen können. (Stichwort: Terminvereinbarung bei Behörden, Ärzten und dergleichen). „Darüber hinaus konnten wir Verbrauchsmaterial (Druckerpapier und Tinte) vor allem für das Ausdrucken und Aufbereiten von Materialien aus der Schule für das Homeschooling anschaffen wie auch die Kosten für mobiles WLAN bei unseren Einsätzen vor Ort bezahlen.“

Zwei Laptops, einige OP-Masken sowie Hygienematerialien wie Desinfektionsmittel- und Papierhandtuchspender hat der Verein „Wir für Niendorf“ beantragt und erhalten. „Die Laptops nutzen wir, um sie an Geflüchtete auszugeben“ berichtet Katja Buurmann, Koordinatorin für das Begegnungszentrum Alte Schule. „Sie nutzen damit bei uns das Internet, um ihren Deutschkurs weiterhin online besuchen zu können, Hausaufgaben zu machen und/oder Formulare auszufüllen.“

Ohne finanzielle Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen wieder zu öffnen, so Martina Polle, Geschäftsführerin des Freizeitzentrums Schnelsen
Foto: Freizeitzentrum Schnelsen

‰Etwas mehr als 3200 Euro gingen als „Corona-Hilfe“ für die Umsetzung der neuen Hygienemaßnahmen ans Freizeitzentrum Schnelsen. Angeschafft wurden davon unter anderem Spuckschutz für das Büro, die sogenannte Erstversorgung mit Desinfektionsmitteln, Einweghandschuhen und Mund- und Nasenschutz sowie Desinfektionsspender, die vor allen Räumen festinstalliert wurden. Drei mobile Desinfektionsspender wurden für Veranstaltungen angeschafft. Außerdem konnten von der Summe Honorare bezahlt werden, die durch den Umbau der Räume und die Extrareinigungen aufgrund des Hygienekonzepts anfielen. „Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre es uns nicht möglich gewesen, nach dem ersten Lockdown wieder zu öffnen“, sagt Martina Polle, Geschäftsführerin des Freizeitzentrums Schnelsen. cc

Info
Um betroffenen Sport-, Kultur- und Sozialeinrichtungen im Bezirk bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie unter die Arme zu greifen, hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel im April 2020 auf Initiative der SPD aus Sondermitteln eine Soforthilfe in Höhe von bis zu 100.000 Euro bereitgestellt. Antragstellerkonnten (und können weiterhin) daraus eine Förderung für nötige Schutz- und Hygienemaßnahmen, die für die Fortführung ihrer Arbeit unerlässlich sind, beantragen. Auf Anfrage von Gabor Gottlieb, Fraktionsvorsitzender der SPD Eimsbüttel, erklärt Bezirkamtsleiter Kay Gätgens: „Insgesamt wurden bis heute 100.491,88 Euro aus der Corona-Soforthilfe für Maßnahmen bewilligt, es verbleibt ein Rest von 64.690,94 Euro.“

Auch interessant