30. April 2021
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Jedem Schüler eine Chance

Patenschaften für geflüchtete Jugendliche

Paten

Patin Doro und Schüler Abdulalim sind ein festes Team und haben zusammen schon viel erreicht Foto: Schülerpaten

HAMBURG Wer als Kind oder Jugendlicher einer geflüchteten Familie jetzt in Hamburg zur Schule geht und hier weder das Schulsystem richtig versteht noch die Sprache perfekt spricht, hat oft große Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Der Verein „Hamburger Schülerpaten“ hilft den Betroffenen, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden, und geben Nachhilfe in allen gefragten Fächern.
„In Zeiten der Corona-Pandemie ist es für die Familien oft noch ein wenig schwieriger als vorher“, betont Kim Laura Götz von dem gemeinnützigen Verein, dessen Mitglieder trotz der angespannten Lage versuchen, dass Paten und Schüler über Videokonferenzen oder weiterhin auch durch persönliche Treffen im Kontakt bleiben. Sie weiß, wie wichtig es für die jungen Leute ist, in einer Eins-zu-eins-Betreuung auf ihrem Weg unterstützt zu werden. Aktuell gibt es allerdings etwas mehr Schüler, die einen Paten suchen, als freiwillige Helfer, die sich bereiterklären, einen Teil ihrer Freizeit für das Lernen mit den Kindern und Jugendlichen bereitzustellen. „Wir haben zurzeit 54 Patenschaften in Hamburg und eine Warteliste von Schülern, die gern mit einem Paten zusammen ihre Leistungen in der Schule optimieren würden“, so Götz. Voraussetzungen, um den Schülern zu helfen, gibt es eigentlich keine, außer der Freude daran, andere zu unterstützen und ein wenig zu begleiten. Gesucht werden Paten für alle Schulfächer und die Bereitschaft der ehrenamtlichen Helfer, mindestens einmal in der Woche eine Stunde mit dem Schüler zu arbeiten. „Durch die Corona-Krise hängen einige Schüler noch weiter hinterher“, denn auch Sprachprobleme der Eltern seien dann oft verantwortlich dafür, dass zu Hause nicht so viel Hilfe angeboten werden kann.
Der Verein, der bereits 2009 gegründet wurde, möchte allen Schülern, egal welcher Herkunft, dieselben Chancen bieten: „Durch das Homeschooling ist die Nachfrage noch einmal in die Höhe geschnellt“, sagt Götz. Achmed aus Syrien und Jan aus Barmbek sind seit Monaten ein festes Patenteam. Sie seien „sofort warm geworden und haben uns vom ersten Treffen an super verstanden“. Die Motivation der Schüler sei extrem groß, und „durch meinen Paten habe ich viel erreicht und bin heute in der 10. Klasse des Gymnasiums“. Oft sei in der Zusammenarbeit eine Freundschaft entstanden.

www.schuelerpaten-hamburg.de

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