23. September 2020
Hamburg

Vorhang auf, Film ab!

Filmfest Hamburg ohne Wettbewerbe und Jury

Fassbinder

Oliver Masucci als Rainer Werner Fassbinder in „Enfant terrible“ Foto: Bavaria Filmproduktion

ROTHERBAUM Das Filmfest Hamburg findet statt – vom 24. September bis 3. Oktober. Das ist die gute Nachricht. Aber es wird bedingt durch die derzeitige Corona-Lage einige Änderungen, auch unvermeidbare Einschränkungen geben. 76 Filme aus 49 Ländern werden in neun Sektionen gezeigt. 144 waren es 2019.

Auf Feiern, Wettbewerbe und Jurys wurde ganz verzichtet. Das große Festivalzelt vor dem Abatonkino wird nicht aufgebaut. In den Festivalkinos, unter anderen das große Abaton, drei Säle im CinemaXX Dammtor, das Metropolis und das Passage, finden nur etwa ein Drittel der möglichen Zuschauer Platz.

Doch wer keinen Platz mehr findet oder ohnehin lieber zu Hause bleibt, kann sich 50 der Festivalfilme per kostenpflichtiges Streaming-Angebot in die eigenen vier Wände holen. Man kann sie sich nach Zahlung des Leihpreises per Kreditkarte auf ein zuvor eingerichtetes Benutzerkonto laden. Das Streaming-Ticket ist mit 7 Euro billiger als die Eintrittskarte in den Kinos (9,50 Euro). Es werden genau so viele Streaming-Tickets verkauft, wie Plätze in den Kinos unbenutzt bleiben müssen. Der Erlös kommt den Kinos zugute.

Dieses Filmfest setzt vor allem auf den deutschen Film. Es startet am 24. September im Cinemaxx 1 mit „Enfant terrible“ einem Film über das Leben von Rainer Werner Fassbinder von Oscar Röhler. Parallel dazu laufen in allen anderen Festivalkinos Fassbinderfilme. Klaus Lemke spricht in „Bad Boy Lemke“ anlässlich seines 80. Geburtstags über unvollendete Filmprojekte. Moritz Bleibtreu präsentiert seinen ersten Film als Regisseur: „Cortex“, eine Geschichte schicksalhafter Begegnungen.

International widmet sich das Fest besonders dem chilenischen Regisseur Pablo Larraín und der US-amerikanischen Regisseurin Kelly Reichardt, die einen Western aus weiblicher Sicht gedreht hat. Auch Erfolgsfilme der Festivals von Cannes, Venedig und Toronto sind zu sehen.

Ganz ohne Treffpunkt geht es auch nicht. Man trifft sich während des Festivals ab 21 Uhr an der Turmbar vor dem Rundbunker am Dammtorbahnhof, Rothenbaumchaussee 2.

9,50 Euro, nachmittags 6 Euro unter filmfesthamburg.de, T 0180/600 07 00 in den Filmfestkinos (Cinemaxx ab 25. September) und im Levante-haus, Mönckebergstraße 7, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 10–18 Uhr

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