17. April 2021
Hamburg

Versilberer-Runden trotz Corona

Wege aus der Einsamkeit für Senioren

Optimismus

Wege aus der Einsamkeit: Fröhlich altern ist das Motto von Dagmar Hirche und ihrem Verein, den sie 2007 gründete. Doch Ängste und Gefahren des Alt-Seins beschönigt sie keinesfalls Foto: Haas

HAMBURG Optimismus sei ihr zweiter Vorname, sagt Dagmar Hirche und stiftet Senioren an zu mehr Lebensfreude: im Verein „Wege aus der Einsamkeit“ (WadE). Ihr Engagement überzeugt auch während der Pandemie. Über 7400 Gäste trafen sich im Netz und können es nach Belieben nutzen. Auch an Ostern war niemand al-lein. Schon vor Corona hatte WadE zu „Versilberer-Runden“ eingeladen, zudem gab es Erklärvideos auf YouTube. Doch mit den Kontaktbeschränkungen ab März 2020 entfielen alle Präsenztermine. Was tun, um die Arbeit nicht einzustellen? „Wir richteten einen virtuellen Zoom-Raum als Senioren-Treffpunkt ein.“ Seit März 2020 organisieren Ehrenamtliche jede Woche ein spannendes Programm: Montags gibt es online Sitz-Tanz, dienstags Info, Lesungen oder gemeinsames Kochen; mittwochs und freitags üben Senioren den Umgang mit Apps. Donnerstags ist Sitz-Yoga im Angebot, sonntags wird gespielt. Regelmäßig ist ein DJ dabei. „Auch unsere Gäste wurden aktiv, bieten jetzt eigene Beiträge, etwa eine Schreibwerkstatt oder einen Ukulele-Workshop“, freut sich Dagmar Hirche. Immer online seien je 15 bis 70 Gäste im Alter von 65 bis 94 Jahren: aus Deutschland und sogar ein 80-Jähriger aus Australien. „Bald lernten die Senioren den Umgang, können jetzt anderen Neulingen alles Wichtige dazu erklären.“ Sie achten auch darauf, online nur mit Vor- oder Spitznamen dabei zu sein.

„Digitale Treffen sind aber nur möglich mit WLAN in den Wohnungen“, betont Hirche und wird ernst. Altersarmut schließe viele Menschen aus. „Darum fordern wir eine Grundausstattung mit WLAN in allen Wohnungen und Altenheimen.“ Digitale Teilhabe dürfe nicht an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern.
Info: www.wegeausdereinsamkeit.de

Buch
Trainings vor Ort sind zwar abgesagt. Aber das „analoge“ Mutmachbuch wurde neu aufgelegt Foto: WadE/KJM

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