29. Mai 2021
Hamburg

„Süße Ware, schneller Tod“

Kampagne gegen illegalen Welpenhandel startet

„Bin ich nicht süß? Mein Name ist Yuri und ich bin tot.“, heißt es auf einem der Plakate. Das Bild zeigt einen Welpen am Tropf. Der kleine Yuri starb mit nur sechs Wochen Foto: Tierheim Henstedt-Ulzburg

„Bin ich nicht süß? Mein Name ist Yuri und ich bin tot.“, heißt es auf einem der Plakate. Das Bild zeigt einen Welpen am Tropf. Der kleine Yuri starb mit nur sechs Wochen Foto: Tierheim Henstedt-Ulzburg

HAMBURG Seit Beginn der Corona-Pandemie nehmen der illegale Welpenhandel und das Welpensterben dramatische Ausmaße an. Jetzt schlagen deutsche Tierschutzvereine und Tierheime gemeinsam Alarm.
Mehr als 60 Tierschutzpartner kämpfen als Teil der neuen bundesweiten Tierschutzkampagne „Süße Ware, schneller Tod: Welpenhandel stoppen!“, initiiert vom Hamburger Tierschutzverein (HTV), gegen die Welpenmafia. An der Kampagne nehmen bundesweit mehr als 60 Tierschutzpartner teil.

Das Ziel: die Bevölkerung für das Leid der Welpen und ihrer Eltern sensibilisieren. Den Welpen droht oft der Tod und neuen Halter/-innen horrende Tierarztkosten, die sich bis zur Genesung auf einen vierstelligen Betrag belaufen können. „Solange Menschen für Online-Welpen Geld bezahlen, geht der Handel weiter. Dagegen müssen wir dringend etwas tun. Das gelingt in erster Linie, indem die Nachfrage ausbleibt“, erläutert Janet Bernhardt, Erste Vorsitzende des HTV.

Der Onlinehandel mit Welpen aus dem mehrheitlich osteuropäischen Ausland, wo sie von ihren Hundemüttern im Akkord „produziert“ werden müssen und unter widrigsten Umständen hausen, boomt. Deutschland ist der attraktivste Markt für den Import der Hundekinder, wie aus einer aktuellen Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes hervorgeht. Danach waren schon 2020 mehr als 1000 Hunde von illegalem Handel betroffen – wobei die Dunkelziffer sehr viel höher liegen dürfte. Allein der HTV nahm 2020 fast 100 Welpen auf.

Der Kampagnenauftakt wird von bundesweiten Mahnwachen flankiert, die gemeinsam am Samstag, 29. Mai, von 13 bis 15 Uhr stattfinden. In Hamburg findet die Mahnwache am Stadtpark (Stadtpark-Ost, Südring/Ecke Stadthallenbrücke) mit einer Menschenkette statt. Weitere Infos unter www.hamburger-tierschutzverein.de/welpenhandel

Auch Nori wurde ein Opfer der Welpenmafia Foto: HTV
Auch Nori wurde ein Opfer der Welpenmafia Foto: HTV

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