1. April 2020
Hamburg

Olympioniken müssen warten

Verlegung der Spiele auf 2021 trifft auch viele Hamburger Sportler

Olympia

Die Verschiebung sei für die Athleten bitter, aber die Gesundheit aller gehe vor, betont Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein Foto: Zimmermann

HAMBURG Der olympische Traum ist erst einmal aufgeschoben. Die aufgrund der Corona-Krise erfolgte Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio in das kommende Jahr trifft auch viele Hamburger Athleten, die sich Hoffnungen auf eine Teilnahme am größten Sport-ereignis der Welt gemacht hatten. Die Spitzensportler können aber weiter auf finanzielle Unterstützung bauen.

„Die Förderung ist auf jeden Fall bis Ende des Jahres gesichert“, sagt Alexander Harms, Geschäftsführer der Stiftung Leistungssport, die ebenso wie die Stadt Hamburg 78 Mitgliedern des Teams Hamburg 50.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stellt. Das Team ist ein Projekt der Stiftung, und der Vertrag zwischen Stiftung und Sportlern läuft bis Ende 2020. Darüber hinaus gibt es sogar bis Ende 2021 jährlich 20.000 Euro von 13 Unternehmen aus der Hansestadt.

Richtige Entscheidung

Die Entscheidung, die Spiele zu verlegen, sei für die Athleten schade, aber aufgrund der aktuellen Situation richtig, erklärte Harms.
„Faire Spiele wären ohnehin nicht mehr möglich gewesen“, sagt der ehemalige Leistungssportler Harms. Aufgrund der Corona-Krise seien die Trainingsmöglichkeiten in vielen Ländern eingeschränkt und teilweise auch Dopingkontrollen ausgesetzt. Gerade viele ältere Athleten, für die Olympia der krönende Karriereabschluss sein sollte, müssten nun überlegen, ob sie ein weiteres Jahr in den Sport investieren wollen. Jüngere Sportler, für die Tokio in diesem Jahr noch zu früh gekommen wäre, könnten dagegen 2021 bessere Chancen haben, sich zu qualifizieren, glaubt Harms.

Betreuung läuft weiter

„Ich bin sehr erleichtert, dass die Spiele nicht abgesagt, sondern sich das IOC und die Verantwortlichen in Japan auf eine Verlegung einigen konnten“ sagt Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein. Die Verschiebung sei für die Athleten bitter. Die Gesundheit aller gehe aber vor. Die Sportler hätten die Entscheidung ganz unterschiedlich aufgenommen, seien allerdings erleichtert, dass nun zumindest die Ungewissheit weg ist. Nach einer Phase des Innehaltens und Aufatmens könnten alle die Planungen hoffentlich gesund wieder aufnehmen und sich zielgerichtet auf den Weg zu besonderen Momenten in Tokio machen.

Wann die Spiele tatsächlich sein werden, steht noch nicht fest. Die Räume des Olympiastützpunkts in Dulsberg sind übrigens aufgrund der Corona-Krise wesentlich leerer als sonst. So können beispielsweise die Räume fürs Krafttraining längst nicht mehr in dem Umfang wie bisher genutzt werden. Ingrid Unkelbach ist noch vor Ort. „Die Betreuung der Athleten läuft schließlich weiter“, sagt sie.

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