30. Juli 2022
Hamburg

„Krasse Leidenschaft“ als Motor

Lisa Altenburg ist eine der erfolgreichsten Hamburger Hockeyspielerinnen

In Lisa Altenburgs Familie spielt Hockey eine wichtige Rolle. Ihre Tante war ebenfalls Nationalspielerin, ihr Mann ist Trainer der deutschen Damen-Nationalmannschaft Foto: Zimmermann

HAMBURG Beim Hockey sind große Erfolge offenbar häufig genetisch bedingt. Das zeigt das Beispiel von Lisa Altenburg. Die 32-Jährige ist eines der bekanntesten Gesichter der Hamburger Hockeyszene und mit der Leidenschaft für ihren Sport in der Familie nicht allein.

Mehrfache deutsche Meisterin, Nationalspielerin, Olympiamedaillengewinneri – Lisa Altenburg blickt bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Doch obwohl sie inzwischen Mutter von zwei Kindern ist und Privat- sowie Berufsleben immer mehr Zeit in Anspruch nehmen, spielt sie beim Club an der Alster weiter auf höchstem Niveau. „Mich treibt die krasse Leidenschaft für meinen Sport an“, sagt Altenburg. Und den Ehrgeiz verliere man als Leistungssportlerin auch nicht. „Ich bin zwar schon neunmal deutsche Meisterin geworden. Aber warum sollen es nicht zehn Titel werden?“, fragt die 32-Jährige. Ein Jahr will die Stürmerin auf alle Fälle noch spielen. „Dann endet mein Lehramtsstudium und ich gehe ins Referendariat. Mit meinen zwei Kindern könnte es dann zeitlich ziemlich eng werden. Meine große Tochter ist neun und spielt übrigens auch schon Hockey“, berichtet Altenburg.

Ohnehin spielt Hockey in ihrer Familie eine wichtige Rolle. Ihre Tante Birgit Hahn gewann 1984 eine olympische Silbermedaille. Ihr Mann Valentin Altenburg trainiert die Damen-Nationalmannschaft. Lisa Altenburgs Familie ist übrigens nicht die einzige, in der gleich mehrere Generationen erfolgreiche Hockeyspielerinnen hervorbringen. In Hamburg tritt beispielsweise Emily Kerner in die Fußstapfen ihrer Mutter Britta Becker.

Auf solidem Fundament

Altenburg konzentriert sich aber nicht nur auf ihren eigenen Sport. Sie unterstützt seit 2019 die Aktion „SportTalente“, bei der Hamburgs talentierteste Nachwuchsathleten ausgezeichnet werden. „Die Wertschätzung, die Einzelsportler und Teams durch diese Auszeichnung erhalten, kann ein Anreiz sein, noch mehr zu tun. Und es ist ein Signal für die Jugendlichen, dass ihre Leistungen gewürdigt werden“, begründet die 32-Jährige ihr Engagement. Es ist eine große Herausforderung, Sport und Schule unter einen Hut zu bringen, weiß sie aus eigener Erfahrung. Durch den Leistungssport lerne man, sich zu organisieren. „Ohne vernünftiges Zeitmanagement funktioniert es nicht“, erklärt sie. Wobei kaum jemand mit dem Gedanken anfange, Leistungssportler zu werden. Es sei zudem wichtig, früh zu lernen, dass die Schule nicht hinten runter fällt. „Auch wenn ich an drei Olympischen Spielen teilgenommen habe: Hockey kann mir mein Leben nicht finanzieren“, sagt die 32-Jährige.

Durch den Sport lernt man aus ihrer Sicht viel, was einem auch im Leben außerhalb des Sports weiterhilft. Und die meisten Sportler kämen auch ganz gut durch die Schule, weil sie ziemlich ehrgeizig sind. „Aber es gibt sicherlich Momente, in denen man das Gefühl hat, auf einem schmalen Grat zu balancieren.”

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