19. Januar 2023
Hamburg

Immer den Ball flach halten

Walking Football: Zwischen Gesundheitssport und der Lust am Kicken

Kicken

Beim Walking-Football sind harte Zweikämpfe, hohe Flanken und schnelles Laufen nicht erlaubt Foto: HFV

HAMBURG Wie bitte soll das denn funktionieren? Walking-Football! Gut, wer den Ex-Profi Mario Basler kennt, meint alles über Geh-Fußball zu kennen, doch damit liegt er falsch. Hier wird es ganz speziell.

Im Oktober 2021 setzte der Hamburger Fußball-Verband (HFV) den Walking-Football auf seine Agenda, führte Anfang Dezember 2022 sein erstes Turnier dieser Art durch. Die Besonderheit bei dieser Sportart: Das Laufen – egal ob mit oder ohne Ball – ist ebenso verboten wie intensive Zweikämpfe wie Grätschen oder Tackling. Außerdem muss der Ball flach gehalten werden, darf nur hüfthoch gespielt werden. Ist das „richtiger Fußball“? „Aber natürlich! Auch wir freuen uns über einen gelungenen Pass, eine andere tolle Aktion oder ein schönes Tor“, sagt Norbert Kurzke, der für den TSV Duwo 08 aktiv ist. Kurzke hatte seine fußballerische Laufbahn aufgrund gesundheitlicher Beschwerden eigentlich schon abgehakt, ehe bei den Duwo-Kickern der Spaß mit dem Walking-Football neu entfacht wurde.

Walking-Football ist aufgrund der klaren Regeln deutlich weniger verletzungsanfällig und zudem ein gutes Ausdauertraining. „Training und Spiele halten fit, auch oder gerade, wenn joggen zu beschwerlich geworden ist“, hat Norbert Kurzke erkannt. Zudem bietet Walking-Football noch viele weitere Möglichkeiten: Kleine Spielfelder und kleine Tore, gemischte und altersübergreifende Mannschaften, auch geeignet für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen.

Insbesondere die physischen Anforderungen sind beim Walking Football deutlich geringer, wodurch sich unterschiedliche physische Voraussetzungen sehr stark relativieren. Dadurch haben z.B. jüngere Aktive gegenüber Älteren kaum Vorteile und können zusammen bzw. gegeneinander spielen. Walking Football ist altersgerechtes, inklusives und gesundheitsförderndes Fußballspielen, angepasst an die Anforderungen des steigenden Alters und auch für Neueinsteiger oder Menschen mit Einschränkungen spielbar.

Die Zahl der Mannschaften in Hamburg ist zwar noch sehr übersichtlich, steigt aber stetig. Unterstützung erhalten Vereine, die ihren Mitgliedern das Walking-Football ermöglichen wollen, beim Hamburger Fußball-Verband (HFV). Anfang des vergangenen Jahres wurde ein erster Übungsleiter-Lehrgang durchgeführt. Der HFV möchte dieses Angebot auch dazu nutzen, ehemalige Mitglieder zurückzugewinnen beziehungsweise Mitglieder zu halten. Auch wer im Jugendalter keinen Zugang zum Vereinsfußball hatte, kann nun einfach sein spätes Interesse in die Tat umsetzen.

„In England ist man schon etwas weiter, dort wurde bereits ein Spielbetrieb initiiert“, sagt Norbert Kurzke, der für seinen TSV Duwo 08 natürlich um neue Mitglieder wirbt. Ein Schnuppertraining kann bei Sven Kalow unter 0172 / 406 39 42 vereinbart werden.

Infos beim Hamburger Fußball-Verband gibt es unter bit.ly/3ie38KV

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