15. Januar 2022
Hamburg

HSVH mischt die Bundesliga auf

Hamburger Handballer glänzen auch in der höheren Spielklasse

Trainer

„Vor der Entwicklung der Mannschaft muss man den Hut ziehen“, sagt HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke Foto: Zimmermann

HAMBURG Bundesliga-Aufstieg, viele gelungene Auftritte des Teams von Trainer Torsten Jansen in der Ersten Liga – der Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Trotz der bemerkenswerten Leistungen in der Bundesliga sieht Geschäftsführer Sebastian Frecke den HSVH im Abstiegskampf.

„Für uns geht es weiterhin nur um den Klassen­erhalt“, sagt Sebastian Frecke. Er freue sich, wenn der Abstand zur bedrohlichen Zone möglichst groß sei. Das ist momentan definitiv der Fall.

Der HSVH steht aktuell auf einem Mittelfeldplatz und bezwang unter anderem ein Spitzenteam wie die Rhein Neckar Löwen. Die Erfolge lassen aber niemanden abheben. Und wenn das doch der Fall wäre, würden Frecke und Jansen schnell dafür sorgen, dass derjenige wieder auf dem Boden der Tatsachen landet. Trainer und Ge­schäftsführer stehen für Be­scheidenheit und harte Arbeit. Beide haben durchaus etwas zu sagen und sind angenehme Gesprächspartner. Aber eben keine Sprücheklopfer. Sie lassen genauso wie das Team Leistung sprechen.

Als Aufsteiger gut dabei

Sebastian Frecke hat nicht unbedingt erwartet, dass sich der Aufsteiger so schnell in der Bundesliga zurechtfindet. „Wir wussten vorher nicht, wie sich unsere sechs Neuzugänge integrieren lassen und ob die kurze Vorbereitungszeit ausreicht, um wirklich als Team zu agieren und aufzutreten“, sagt der Geschäftsführer. Da das Durchschnittsalter zudem niedrig sei, war auch unklar, wie schnell sich die jungen Spieler an das höhere Niveau gewöhnen würden. Talente wie Leif Tissier und Finn Wullenweber zeigten aber schnell, dass sie auch in der Bundes­liga Akzente setzen können.

Selbst von Niederlagen ließ sich der HSVH nicht aus der Bahn werfen. „Wenn man zum Beispiel sieht, wie sich ein Niklas Weller von der Oberliga in die Bundesliga hochgearbeitet hat, ist das beeindruckend“, lobt Frecke.

Sorgen durch Pandemie

Seinen emotionalsten Moment in dieser Saison erlebte der Geschäftsführer beim Anpfiff der ersten Bundesligapartie. „Als das Spiel gegen Göppingen losging, wurde mir so richtig bewusst, dass wir unser großes Ziel erreicht haben“, sagt Sebastian Frecke.
Dennoch gehen die Auswirkungen der Corona-Pandemie an den Handballern nicht spurlos vorüber. Die Zuschauerzahlen wurden eingeschränkt. „Wenn man außer Acht gelassen hätte, dass so etwas passieren kann, hätte man allerdings blind agiert. Uns war klar, dass diese Saison noch einmal ein harter Prüfstein für uns wird“, sagt der Geschäftsführer.

Immerhin gibt es das Signal, dass die Profiklubs weiterhin auf staatliche Hilfen setzen können. Der entsprechende Antrag dürfte für den HSVH allerdings ziemlich kompliziert werden. Die Hambur­ger müssen laut Sebastian Frecke mit Vergleichszahlen von 2019 arbeiten. Damals spielte der HSVH noch in der Zweiten Liga. Deswegen feh­len für den Antrag Vergleichs­werte.

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