18. März 2021
Hamburg

Hier lachen sogar die Spechte

Anlässlich des 50. Tag des Waldes unterwegs im malerischen Billetal

Jörg Lückemeyer inspiziert das Moos, das sich an einer riesigen Baumwurzel gebildet hat Foto: Klotz

REINBEK Am 21. März jährt sich der internationale Tag des Waldes zum 50. Mal. Die Deutschen lieben ihren Wald. Für viele bedeutet er ein Stück Freiheit und Lebensfreude. Einer, dem er schon über manche Krise hinweggeholfen hat, ist Jörg Lückemeyer. Für ihn ist der Wald das ideale Erholungsgebiet.

Häufig erklärt er als zertifizierter Natur- und Landschaftsführer und Mitglied der Hamburger Wanderfreunde den Teilnehmern seiner Touren die Phänomene der Natur. Doch auch allein ist der Reinbeker gern im Wald unterwegs. Dann lässt er nach getaner Arbeit Homeoffice Homeoffice sein, zieht seine Wanderschuhe an und dreht draußen seine Runde.

Weit hat er es nicht. Direkt hinter dem Reinbeker Schloss und dem Mühlenteich beginnt das Naturschutzgebiet Billetal, für den Umweltschützer, der Mitglied im BUND ist, ein Paradies. „Eine Stunde im Wald, schon baut sich Stress ab und die Entspannung setzt ein“, sagt Jörg Lückemeyer. „Besonders in der Corona-Krise ist das ein wichtiger Ausgleich zum Alltag.“
So vieles gibt es da zu sehen und zu hören. Noch ist der Wald kahl, aber das fehlende Grün tut dem Naturgenuss keinen Abbruch. Zurzeit beschäftigt sich Jörg Lückemeyer sowieso intensiv mit dem Thema Biotopbäume. „Das sind Bäume, die als Lebensraum dienen“, sagt er.

„Meist sind es alte, absterbende oder tote Bäume“, und zeigt auf einen alten Stamm, in den Schwarzspechte ihre ovalen Löcher gehackt haben. Unter der Rinde des liegen gelassenen Holzes finden Insekten ideale Bedingungen vor. Und auch Zunderpilze lassen sich am „Wohltorfer Kirchensteig“, wie der Weg entlang der Bille heißt, überall entdecken. „Früher wurden sie als Anzünder zum Feuermachen benutzt. Heute sind sie Totholzzeiger, weiß Lückemeyer: „Der Baum, an dem sie wachsen, lebt nicht mehr.“

Entdeckungsreise auf interessantem Terrain

Auf und ab geht es durch den Wald. Von dem Totholz gibt es in dem Naturschutzgebiet jede Menge. Ebenso wie Moose und Flechten, eine Symbiose aus Algen und Pilzen, die auf eine intakte Natur hinweisen. In der Stille des Waldes sind klopfende Spechte zu hören. Und sogar „lachende“. „Das ist ein Grünspecht“, weiß der Naturführer. Kleine Wasserrinnsale auf dem Weg, erklärt er, deuten auf Hangquellen hin. Das Billetal – ein interessantes Terrain direkt vor seiner Haustür.

Allerdings freut sich Lückemeyer schon darauf, wenn es wieder losgeht und er mit anderen auf Tour gehen kann. „Denn so schön der Wald auch ist, er ersetzt nicht die Gemeinschaft und den Moment, wenn nach einer Wanderung alle zusammensitzen und das Erlebte Revue passieren lassen.“
Die nächsten Exkursionen sind schon geplant. Am Samstag, 15. Mai, begleitet er den „Extrembotaniker“ Jürgen Feder vom BUND ins Billetal. Und am 5. Juni leitet er seinen nächsten eigenen Kursus: „Durch die wilde Lohe“ – wer mitgehen will, meldet sich an auf vhs-sachsenwald.de.

Auch für die Wanderfreunde Hamburg organisiert er Touren. Die Termine stehen auf www.wanderfreunde.hamburg.de

Stamm
Zunderpilze am Totholzstamm

 

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