15. April 2020
Hamburg

Hamburgs Osten und seine Reize

Robin Hinsch, Stadtfotograf 2020, dokumentiert städtebaulichen Wandel

Fotograf

Robin Hinsch (geboren 1987) ist Hamburger Stadtfotograf 2020 Foto: wb

HAMBURG Robin Hinsch ist der Hamburger Stadtfotograf 2020. Mit seinem Projekt „Der Mechanismus“ wurde er für das diesjährige Arbeitsstipendium des Georg Koppmann Preises (8000 Euro) ausgewählt, das von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Stiftung Historische Museen Hamburg vergeben wird.

Die ungewöhnlichen Farben seiner Fotos ziehen einen sofort in ihren Bann: Robin Hinsch macht kunstvolle Aufnahmen, die beeindrucken. Doch das hat sicher nicht allein den Ausschlag für die Auszeichnung zum Stadtfotografen gegeben. Denn bei diesem Stipendium muss auch das Projekt überzeugen. „Der Mechanismus“ heißt die Serie von Robin Hinsch, die der Hamburger bereits begonnen hat und bis zum Sommer realisieren möchte. Im Mittelpunkt steht eine Region, die nicht sehr häufig fotografiert wird: der Hamburger Osten.

„Mich fasziniert an diesem Teil der Stadt, der lange Zeit eher im Schatten der öffentlichen Wahrnehmung lag und seit der Nachkriegszeit von ganz eigenen Strukturen geprägt ist, seine Gleichzeitigkeit“, so Robin Hinsch: „Hier finden sich Büroanlagen neben Rotlichtlokalen, Speditionen neben neuen Wohnanlagen, kaum entdeckte Wasserlagen an Bille und Kanälen, und an manchen Stellen werden Kleingartenvereine von Industriebetrieben umgeben. Dieses völlige Durcheinander macht für mich den besonderen Reiz der Gegend aus.“

Das künstlerisch-dokumentarische Fotoprojekt des international tätigen Fotografen wird die aktuellen städtebaulichen Veränderungen dieser vielseitigen Region zwischen dem Kraftwerk Tiefstack und den Deichtorhallen dokumentieren. Er möchte besonders die „Stimmung des Wandels und des Umbruchs“ einfangen, „alles ist so ein bisschen vergessen, aber an der nächsten Straßenecke winkt zaghaft die Zukunft“, sagt der Fotokünstler.

Den Titel „Der Mechanismus“ hat Hinsch gewählt, um das Moment der Stadtentwicklung in den Fokus zu rücken. Er will zeigen, wie Stadtentwicklung funktioniert. Optimal für das Projekt: Im Hamburger Osten kennt Hinsch sich gut aus, Studio und Atelier sind in Hammerbrook. Ausstellungen zeigt er häufig an der Wendenstraße 45, dort hat er gemeinsam mit befreundeten Künstlern ein „Experimentarium für junge zeitgenössische Kunst“ etabliert. Sobald es fertig ist, wird das Fotoprojekt des frischgebackenen Stadtfotografen sicher auch hier zu sehen sein.

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