18. November 2021
Hamburg

Graue Lappen werden ungültig

Pflicht zum Umtausch abhängig vom Geburtsjahr

Führerschein

Alt gegen Neu. Unsere Autorin hat für dieses Foto ihren zerknitterten Grauen extra gebügelt Foto: Wollmann

HAMBURG Adé, geliebter grauer Lappen! Damit ist nicht der oder die Holde gemeint, sondern der vor rund 50 Jahren erhaltene Führerschein, ausgeklappt ein DIN-A5-Format und auf leinenähnlicher Folie gedruckt.

Was den wenigsten bekannt ist: alle ab Jahrgang 1953 bis 1958 müssen vom 19. Januar 2022 an den neuen EU-Führerschein im Scheckkartenformat besitzen. Die alten grau/rosa/ DDR-Führerscheine werden ungültig! Und da heißt es sputen, denn rechnet man die kommenden Feiertage ab, sollte man sich eiligst auf den Weg machen.

Für Hamburger ist der Umtausch in allen Kundenzentren und in den Landesämtern für Verkehr (LBV) in Hammerbrook, Langenhorn, Harburg, Bergedorf und Langenfelde möglich. Überall gilt, vorher einen Termin zu buchen. Zurzeit dauert der Umtausch rund drei bis vier Wochen, aber durch den zu erwartenden vermehrten Andrang kann ein Bearbeitungsstau entstehen.

Daten werden übertragen

Eine Fahrprüfung wird nicht verlangt und auch die Klasseneinteilung nicht verändert. Wer vorher schon 7,5-Tonner fahren durfte, darf dies auch weiterhin. Zum reibungslosen Umtausch muss man persönlich erscheinen und den alten Führerschein, Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldeadresse, ein biometrisches Passfoto und die Terminbestätigung mitbringen. Dazu 30,40 Euro, denn so teuer ist die Neuausstellung. Für Expressbearbeitung und Erhalt innerhalb von drei bis vier Tagen kommen noch einmal 26,40 Euro dazu. Ein teurer Spaß, zumal die neuen Kartenführerscheine nur noch 15 Jahre gültig sind. Sie werden aber ins Haus geschickt.

Die Jahrgänge 1959 bis 1964 können sich erst einmal beruhigt zurücklehnen. Für sie gilt der Umtausch erst ab 19.1.2023, alle anderen Altersgruppen sind in den Folgejahren dran. Die Jahrgänge bis einschließlich 1952 dürfen sich freuen, ihre Lappen bleiben bis 2033 gültig. Doch so groß die Wehmut über die Abgabe des ollen Lappens ist, im Ausland wurde das „seltsame Papier“ eh schon nur mit Grummeln anerkannt, und auch im Inland wird häufig mit Stirnrunzeln nachgefragt. Für eine Verlängerung des Lkw-Führerscheins gelten zusätzliche Gesundheitsvorschriften.

 

Mehr beim LBV und unter www.hamburg.de/behoerdenfinder/hamburg/11433249

 

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