30. April 2021
Hamburg

Erfolg und viele Sorgen

Aufregende Saison der Crocodiles endet im Play-off-Halbfinale

Trainer

„Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mir so eine Saison nicht noch einmal wünsche“, sagt Crocodiles-Geschäftsführer Sven Gösch Foto: Zimmermann

HAMBURG Erst im Play-off-Halbfinale gegen die Hannover Scorpions war für die Hamburg Crocodiles Schluss. Der Einzug ins Finale wurde knapp verpasst. Die Crocodiles sind nun froh, dass eine Saison im Corona-Ausnahmezustand vorbei ist. In die kommende Spielzeit geht der Eishockey-Oberligist mit einem neuen Trainer.
„Die Saison war für uns ein gewaltiger Kraftakt, und wir werden wohl mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Sven Gösch, Geschäftsführer und sportlicher Leiter der „Krokodile“. Play-off-Qualifikation, dort im Viertelfinale gegen Leipzig siegreich und gegen die Hannover Scorpions nur unglücklich ausgeschieden – die sportlichen Ziele wurden trotzdem erreicht.
Doch wirklich genießen konnte Gösch den Erfolg nur selten. „Ich fuhr häufig mit Bauchschmerzen nach Hause, weil ich Angst hatte, dass es eng für uns werden könnte“, berichtet der Geschäftsführer. So war beispielsweise das Warten auf Fördergelder nervenaufreibend. Grundsätzlich war er froh, dass die Crocodiles überhaupt spielen konnten. Das sei ein Privileg gegenüber Sportvereinen gewesen, die gar nichts machen durften. „Es wäre fatal gewesen, wenn die Crocodiles ein Jahr von der Bildfläche verschwunden wären“, so Gösch.
Es ging darum, auch ohne Zuschauer irgendwie über die Runden zu kommen. Viele Pläne ließen sich nicht umsetzen. So bestand keine Möglichkeit, das 30-jährige Bestehen der Crocodiles zu feiern. Und Fanartikel blieben im Lager, weil sie in der Halle nicht verkauft werden konnten. „So eine Saison wünsche ich mir nicht noch einmal“, sagt der Geschäftsführer.
Die Planungen für die Zukunft haben bereits begonnen. Gösch geht davon aus, dass im Herbst wieder Zuschauer in die Eishalle Farmsen dürfen. Noch so eine Spielzeit wäre aus seiner Sicht nicht zu stemmen. „Dann können wir die Crocodiles vermutlich begraben.“ Der Geschäftsführer muss nun einen Spagat bewältigen. Der Verein soll weiterentwickelt werden, obwohl aufgrund sinkender Sponsoreneinnahmen weniger Geld zur Verfügung steht. Der neue Kader nimmt trotz allem Gestalt an. Mehrere Spielerverträge wurden bereits verlängert.
Die wichtigste Personalie ist aber offen. Trainer Jacek Plachta verlässt nach drei Jahren die Crocodiles. Sein Nachfolger steht noch nicht fest.

Auch interessant