6. Januar 2022
Hamburg

Eine Zukunft für das Sorgenkind

Kirchengemeinde kauft Orgel der Laeiszhalle

Orgel

Die Orgel wird ab- und im fränkischen Münchberg wieder aufgebaut Foto: Maxim Schulz, hamburg.de

HAMBURG Die Orgel der Laeiszhalle war seit vielen Jahren ein Sorgenkind des Konzerthauses. Die damals für den Bau von Kirchenorgeln spezialisierte Firma Beckerath hatte die Orgel 1951 errichtet. Sie konnte aber in dem Konzertsaal nie ihre ganze Qualität ausspielen. Jetzt hat die Kulturbehörde eine gute Perspektive für die Erhaltung des Instruments gefunden.

Die Orgel wird zukünftig in der Ev.-luth. Dekanatskirche Peter und Paul im fränkischen Münchberg erklingen. In der Laeiszhalle soll im Rahmen der Generalsanierung ein Neubau entstehen, der dem künstlerischen und klanglichen Anspruch des Konzerthauses gerecht wird.

Am 1. Februar 1951 wurde die von Rudolf von Beckerath als op. 2 erbaute Orgel der Laeiszhalle eingeweiht. Sie trat damals an die Stelle des Instruments, mit dem die Laeiszhalle 1908 feierlich eröffnet wurde und dessen originale Fassade nach wie vor die Bühnenarchitektur des Großen Saals prägt. Die Hamburger Orgelbaufirma schuf unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit ein hochwertiges Instrument von handwerklich hervorragender Qualität. Gleichwohl war früh absehbar, dass das als Typus Kirchenorgel erbaute Instrument mit der anspruchsvollen Konzertsaalakustik nicht gut zurechtkam. Letztlich blieb die Orgel hinsichtlich ihrer klanglichen Möglichkeiten und Qualitäten am Standort Laeiszhalle weit hinter dem zurück, was sie in einem Kirchenraum entfalten könnte und wurde zuletzt kaum noch genutzt.

Generalsanierung

Seit 2017 befasste sich eine Fachkommission mit dem Thema und kam bald zu der Einschätzung, dass die Beckerath-Orgel nur mit erheblichen Eingriffen den Anforderungen des Konzertsaals annähernd gerecht werden könnte. Daher wurden intensiv geeignete Alternativ-standorte im In- und Ausland geprüft. Mit insgesamt zehn Interessenten wurden seit 2018 konkrete Gespräche geführt. Jetzt konnte die Kulturbehörde zu einem symbolischen Preis die Orgel an die Kirchengemeinde in Münchberg verkaufen. Das Instrument soll dort regelmäßig in Gottesdiensten und Konzerten erklingen. Die Kirchengemeinde wird für den Ab- und Wiederaufbau einen mittleren sechsstelligen Betrag aufbringen und so zum Erhalt des Klangdenkmals Laeiszhallen-Orgel beitragen.

Mit dem Verkauf sind die Weichen für einen Orgelneubau in der Laeiszhalle gestellt. Ausschreibung und Bau sollen im Rahmen der Generalsanierung der Laeiszhalle erfolgen, deren Abschluss für 2026 geplant ist. Bis zum Einbau einer neuen Orgel werden die bisherigen Prospektpfeifen vor Ort bleiben und so den optischen Gesamteindruck des Saales erhalten. Die Kosten für das neue Instrument von zwei bis drei Millionen Euro sind bereits in die laufende Sanierung der Laeiszhalle eingeplant. Der Abbau der Beckerath-Orgel und der Einbau des neuen Instruments sind für eine der kommenden Sommerpausen geplant.

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