25. November 2021
Hamburg

Ein Trainer, der etwas zu sagen hat

Crocodiles-Coach Henry Thom setzt auf offene Kommunikation

Sport

Henry Thom ist seit dieser Saison Trainer des Eishockey-Oberligisten Hamburg Crocodiles Foto: Thorge Huter

HAMBURG Henry Thom ist der neue Trainer der Hamburg Crocodiles. Der 51-Jährige schwärmt schon nach kurzer Zeit vom Charakter seiner Mannschaft. Einige Schwächen will er aber noch ausmerzen.

„Wir haben den Hang, manchmal etwas zu verspielt zu sein“, sagte Thom vor dem Saisonstart über sein Team. Er bevorzuge eher den geraden Weg. Querpässe im eigenen Drittel treiben ihn nach eigener Aussage in den Wahnsinn.

Sein Wechsel zu den Crocodiles kam auch deshalb zustande, weil sich Thom und Geschäftsführer Sven Gösch schon seit Jahrzehnten kennen. „Es ist toll, was hier in den vergangenen Jahren nach der Insolvenz entstanden ist“, erklärte Thom. Die Crocodiles hätten sich stetig weiterentwickelt und er sei überzeugt, dass sich in Farmsen einiges bewegen lasse. Der Trainer sei enorm kommunikativ und führe viele Einzelgespräche, beschrieb Gösch den neuen Coach.

Wer sich mit Thom unterhält, merkt sofort, dass er jemand ist, der etwas zu sagen hat und auch zuhören kann. Ein sympathischer Typ, mit dem man sich nicht nur über Eishockey unterhalten kann. „Ich bin keiner, der ständig herumschreit“, beschreibt Thom sich selbst. Nur wenig bringt den ausgeglichenen Coach aus der Ruhe. „Fehler können passieren, aber wenn das geschieht, weil jemand nicht aufgepasst hat, macht mich das fuchsteufelswild“, so der Trainer.

Unaufgeregte Art

Autoritätsprobleme hat er trotz seiner unaufgeregten Art nicht. Die Crocodiles sind nach Timmendorf, den Rostock Piranhas, dem italienischen Club Gherdeina, den Selber Wölfen und dem Deggendorfer SC seine sechste Station als Headcoach. Zudem arbeitete Thom von 2011 bis 2013 bei den Hamburg Freezers in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) als Co-Trainer von Benoit Laporte.

Seit dieser Zeit ist er sich sicher, dass Hamburg fürs Eishockey brennt. „Wenn alle Sportarten dieselben Voraussetzungen hätten, würden nach meiner Auffassung zum Eishockey nach dem Fußball die meisten Zuschauer kommen“, sagt Thom. Eishockey sei nach dem Fußball die Sportart, die am meisten bewegt. In einer Stadt wie Hamburg könnte man mindestens in der DEL2 spielen. Die Crocodiles meint er damit (vorerst) nicht. Ziel der Truppe ist es, wieder die Play-Offs zu erreichen.

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