8. September 2022
Hamburg

Drei Rollen pro Woche werden runtergespült

Feuchtes Toilettenpapier macht zunehmend Ärger

Wasserwerk

Hamburg Wasser-Geschäftsführer Ingo Hannemann im Schmutzwasserpumpwerk Wellingsbüttel Foto: Hamburg Wasser

HAMBURG Dreilagiges konventionelles Toilettenpapier ist den Menschen in Hamburg das liebste, das sie zu 83 Prozent bevorzugt falten als es zu knüllen.

Durchschnittlich benötigen Hamburger Haushalte drei Rollen Toilettenpapier pro Woche und haben sich mit sechs bis acht Rollen bevorratet. Im Schnitt verfügen Hamburger Haushalte über 1,3 Toiletten, die sie täglich vier bis sechs Mal aufsuchen – so das Ergebnis er repräsentativen Umfrage.

Drei Viertel der Befragten bevorzugen konventionelles Toilettenpapier, aber 40 Prozent greifen zumindest gelegentlich auch zu Recyclingpapier und ein Drittel auch mal zu feuchtem Toilettenpapier. „So beliebt feuchtes Toilettenpapier auch geworden ist, so problematisch ist es für die Kanalisation“, erklärt Hamburg Wasser-Geschäftsführer Ingo Hannemann: „Da es sich schlechter auflöst als normales Toilettenpapier und sich zu Knäuel verbindet, verstopft es immer häufiger die Kanalisation.

Die Kosten für die Beseitigung und Reparaturen an Anlagenteilen haben sich in den vergangenen 13 Jahren verzehnfacht.“ Denn im Gegensatz zu trockenem Toilettenpapier, das aus Zellulose besteht, ist feuchtes Toilettenpapier meist aus Vlies gefertigt. Diese robusten Textilfasern verbinden sich in den Abwasserleitungen miteinander und bilden zopfartige Stränge, sogenannte Verzopfungen. Diese verfangen sich in den Abwasserpumpen und verstopfen sie. Hannemann: „Alle können also ein Stück zur Entsorgungssicherheit beitragen, indem sie keine Feuchttücher die Toilette hinunterspülen.“

Trotz aktueller Krisen ist der Großteil der Befragten weder um die Versorgungssicherheit noch um die Qualität des Trinkwassers besorgt. Insgesamt äußern nur 23 Prozent Besorgnis bezüglich der Versorgungssicherheit. Deshalb haben sich bisher nur wenige Menschen in Hamburg mit Trinkwasser bevorratet, um im Falle einer Trinkwasserknappheit vorbereitet zu sein. 85 Prozent sehen dafür keine Notwendigkeit.

Als größte Bedrohung für die Wasserversorgung sehen die Befragten Umwelt- und Klimaeinflüsse (38 Prozent). Die Hälfte der Befragten (42 Prozent) sieht auch noch Wassersparpotenzial bei sich – mehr als bei der Sommerumfrage 2021, als 36 Prozent dem zustimmten.

Angesichts der mit dem Krieg in der Ukraine einhergehenden Einschränkungen im Energiebereich sind acht von zehn Befragten grundsätzlich dazu bereit, ihr Duschverhalten zu ändern. So gibt mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten an, zu kürzerem Duschen bereit zu sein, während 39 Prozent lieber seltener duschen und fast ein Drittel (31 Prozent) lieber die Dusche kälter drehen würde.

An der Online-Interview-Umfrage nahmen 1025 Personen (18 bis 82 Jahre) teil. Die Befragung fand vom 8. bis 14. Juli statt, www.hamburgwasser.de

Pumpensumpf
So sieht es aus, wenn der soge-
nannte Pumpensumpf im Pumpwerk
Wellingsbüttel gereinigt wird
Fotos: Hamburg Wasser

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