8. April 2020
Hamburg

Bußgeldkatalog gegen Verstöße

Corona-Vorschriften 150 Euro bis 25.000 Euro bei Missachtung

Strafe

Auch über Ostern bleiben die Spielplätze geschlossen. Wer die Bänder entfernt und den Platz damit öffnet, muss 2500 Euro Bußgeld bezahlen Foto: Grell, Illu: GettyImages, Montage: wb

HAMBURG Das Osterwochenende steht vor der Tür, und jetzt fragen sich viele, was man eigentlich noch darf und was nicht. Ist es gestattet, die eigene Familie zu besuchen, darf man vielleicht wieder auf Spielplätze gehen, und wie verhält es sich mit einem Spaziergang im nahe gelegenen Park?

Laut Aussagen der Polizei und der Innenbehörde verhalten sich die Hamburger bisher so verantwortungsbewusst, dass es kaum zu Verstößen gegen die jetzt geltenden Regeln gekommen ist, dennoch ist das Frühlingswochenende mit vier freien Tagen jetzt noch einmal eine besondere Herausforderung für alle, denen die Decke so langsam auf den Kopf fällt. Weiterhin gilt für alle Hamburger, die Regelung, soziale Kontakte so gering wie möglich zu halten. Spielplätze, Institutionen und Veranstaltungsräume bleiben deshalb weiterhin über die Feiertage geschlossen. Eine Fahrradtour mit der Familie ist selbstverständlich erlaubt, und auch mit einem Freund oder Nachbarn darf man zu zweit einen Spaziergang unternehmen, wenn der entsprechende Abstand von 1,5 Metern gewahrt wird. Ausschließlich Personen, die soundso schon in einem Haushalt leben, dürfen mit der ganzen Familie, der Wohngemeinschaft oder dem Lebenspartner draußen unterwegs sein.

Ausweis mitführen

Um im Einzelfall klären zu können, ob es sich wirklich um dieselbe Adresse der Betroffenen handelt, könne man auch gern den Personalausweis mittragen, so der Sprecher der Polizei Hamburg. Wer sich den Auflagen widersetzt, muss mit saftigen Bußgeldern rechnen. Das hat auch Familie Katschik aus Barmbek gespürt. Beim Tischtennisspielen nahe dem Spielplatz der Wohnanlage gab es noch eine Verwarnung, seit Freitag werden 150 Euro fällig. Nicht so glimpflich kamen drei junge Männer bei einer Autofahrt zu dritt davon. 600 Euro kostete die gemeinsame Fahrt. Teurer könnte es für Geschäfte werden, die zuwider rechtlich öffnen, obwohl ihr Gewerbe nicht zu den Geschäften gehört, die weiter für den Verkauf geöffnet bleiben dürfen.

Abstand wahren

Wer ab sofort Spielplätze betritt, sich mit mehr als einer Person in der Öffentlichkeit aufhält, die nicht zum gemeinsamen Haushalt gehört oder den Mindestabstand nicht einhält, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen, Feiern und Veranstaltungen auch im eigenen Haus werden mit 1000 Euro geahndet, für die Öffnung von Verkaufsstellen und Spielplätzen werden sogar 2500 bis 4000 Euro fällig. Und wer jetzt in Zeiten von Corona sogar seine Diskothek oder eine Spielhalle betreibt, der kann 5000 Euro Strafe zahlen. Die Hamburger Polizei hofft allerdings, dass die Hamburger weiterhin vernünftig bleiben und sich der momentanen Situation anpassen, Abstand wahren, um die Zahlen der Infizierten auch weiterhin im Rahmen zu halten. Die meisten Verstöße wurden bisher bei dem Verbot von Versammlungen beobachtet. Es komme vor, dass gerade junge Menschen in Gruppen unterwegs seien.

www.hamburg.de/coronavirus

Bußgeldkatalog

‰ Nichteinhaltung eines Mindestabstands von 1,5 m zueinander an öffentlichen Orten: > Aufenthalt im öffentlichen Raum in Begleitung von mehr als einer Person, die nicht in derselben Wohnung lebt > Betreten von Spielplätzen > Teilnahme an öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen    >> 150 Euro

‰ Durchführung von öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen, Versammlungen oder Feierlichkeiten: >Fehlende Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 m in Betrieben, trotz Pflicht und Möglichkeit     >> bis zu 1000 Euro

‰ Betrieb von Verkaufsstellen des Einzelhandels: > Betrieb von Gewerbe bzw. Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege (u.a. Friseure, Kosmetik- oder Massagestudios)     >> bis zu 2500 Euro

‰ Öffnung von Spielplätzen: > Durchführung von Busreisen zu touristischen Zwecken > Öffnung von Gaststätten, Speiselokalen oder Kantinen     >> bis zu 4000 Euro

‰ Öffnung von Gewerbebetrieben, Einrichtungen oder Vergnügungsstätten (u. a. Clubs, Diskotheken, Messen, Spielhallen, Theater, Kinos, Museen, Fitnessstudios, Prostitutionsstätten) > Öffnung von öffentlichen und privaten Sportanlagen     >> bis zu 5000 Euro

‰ Wiederholter Weiterbetrieb von benannten Einrichtungen     >> bis zu 25.000 Euro

Auch interessant