22. April 2020
Hamburg

Behörde startet CO2-Challenge

Rahlstedter Familie beim Energiesparen erfolgreich

Rahlstedter „Klimaretter“ mit (v. l.) Stefan, Jesse (14), Erik (10), Hannah und Lina (17) Foto: tel

HAMBURG „Klimaretter“ gesucht: unter diesem Motto hat die Umweltbehörde über das Hamburger Abendblatt eine Aktion ins Leben gerufen, bei der drei Monate lang versucht wird, auf einfache Art und Weise Energie zu sparen und so zur Rettung des Weltklimas beizutragen. Unter mehr als 150 Bewerbern wurden 21 Teilnehmer aus allen Bevölkerungsschichten (jeweils drei pro Bezirk) ausgewählt. Die besten Energiespar-Tipps aus der Praxis will die Umweltbehörde nach Ende der Aktion veröffentlichen. Außerdem winken den fleißigsten Klimarettern originelle Preise. Das Hamburger Wochenblatt stellt in drei Folgen drei „Klimaretter“ vor. Heute: Hannah Froschauer aus Rahlstedt.

Ein Klima-Muffel war Hannah Froschauer auch vor ihrer Teilnahme bei der Aktion „Klimaretter“ nicht. Aber im Detail gab es in ihrem Rahl-stedter Haushalt noch so einiges zu verbessern, wie die Mathe- und Sportlehrerin bald merkte. „Vieles war mir theoretisch schon klar, aber mit drei Kindern und Job muss man erst mal aus dem Quark kommen“, räumt sie ein. Als Erstes nahm sich Hannah Froschauer vor, so viele Strecken wie möglich mit dem Fahrrad zurückzulegen – zum Beispiel von Rahlstedt aus zum Arbeitsplatz, dem Gymnasium Meiendorf. Das ging erst einmal gründlich schief, denn auf Blitzeis im Januar rutschte sie weg und brach sich einen Arm. Inzwischen wieder genesen, hält die Pädagogin am Zweirad fest.

Beim ersten „Klimaretter“–Workshop im Februar und dem Besuch einer „Nachhaltigkeitsexpertin“ zu Hause gab es viele – auch ungefährliche – Tipps. Zum Beispiel die TV- und Audio-Anlage: Fast alle Geräte wurden flugs an eine Steckdosenleiste mit Schalter angeschlossen – so umgeht man mit einem Klick den überflüssigen Stand-by-Verbrauch. Beim Stromanbieter wurde bald zu „hundert Prozent Ökostrom“ gewechselt. Bei den Mahlzeiten legt die Familie inzwischen großen Wert auf geringsten Fleischverzehr. Tochter Lina (17) ist sogar Vegetarierin, was allerdings das „Klimaretter“-Ergebnis nicht beeinflusst, denn hierbei zählt nur das Ergebnis von Hannah.

Alle müssen mitziehen

Dennoch: Fünf Personen unter einem Dach sind schon mal ein Plus bei der CO2-Gesamtbilanz. Stichwort Familie: Damit die mitzieht und nicht bremst, hat Hannah Froschauer – ganz Pädagogin –
die 200 Unterstützungs-Euro der Behörde pro Monat auf die Mitbewohner aufgeteilt. Da wäre noch die Sache mit dem Auto (auweh, wir haben zwei davon!): Das ständige „Mama, fahr mich doch mal schnell…“ ist seit dem „Klimaretter“-Start seltener geworden. Schließlich hält der HVV-Bus um die Ecke, wie jetzt auch der Nachwuchs weiß.

Eigentlich wollten die Rahlstedter sogar eine Solaranlage am Eigenheim installieren. Dieser Wunsch erfüllte sich nach eingehender Beratung nicht: „Wir haben ein Gründach mit Kieselsteinen. Die hätten sich unter den Solarpanelen durchgedrückt. Die Solaranlage ist erst mal bis zur nächsten Dacherneuerung verschoben“, sagt Hannah Froschauer. Schade, denn selbst produzierter Strom hätte die CO2-Bilanz nochmals erheblich verbessert. Insgesamt aber kommt Familie Froschauer bestens klar mit dem Energiesparen.

Den eigenen CO2-Verbrauch berechnen

Wer das eigene Alltagsleben in Sachen CO2-Auswirkung durchleuchten will, geht auf den neuen CO2-Rechner, den die Umweltbehörde jetzt auf www.moinzukunft.hamburg/CO2-rechner anbietet. Mit ein paar Klicks errechnet er anhand von Wohnungsgröße, Heizungsart, Auto- oder Busfahren, Ernährung und Konsumgewohnheiten den sogenannten CO2-Fußabdruck aus, also die Menge CO2, die das angegebene Heizen, Essen oder Shoppen verursachen.

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