2. September 2021
Hamburg

Auszeichnung für soziales Engagement

Drei Projekte freuen sich über Annemarie-Dose-Preis

Preisträger, Laudatoren, Annemarie-Dose-Enkel Mats Regenbogen und Senatorin Melanie Leonhard bei der Preisverleihung im Abaton-Kino Foto: Gehm

HAMBURG Stadtgemüse, Müttertelefon und das Hausboot Huckleberry Finn. Und Beatles-Sängerin Stefanie Hempel, die die Preisverleihung im Abaton-Kino mit dem Song „With a little help from my friends“ einläutet. Zum dritten Mal wurde der Annemarie-Dose-Preis für innovatives soziales Engagement verliehen, dotiert mit ins-gesamt 8000 Euro.

Am Sonntag wäre die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse 93 Jahre alt geworden. Seit 2019 nimmt der Senat ihren Geburtstag zum Anlass, mit dem Preis, der nach ihr benannt wurde, drei Projekte auszuzeichnen.

Der coole Typ mit Dreitagebart, roter Wollmütze und dem ausgefallenen Namen Mats Regenbogen ist in große Fußstapfen getreten, denn als Vorstandsvorsitzender der Hamburger Tafel e.V. ist der Enkel von Annemarie Dose auch im Vorstand ihrer Stiftung aktiv. Zusammen mit seinem Bruder Nick stand der 32-Jährige vor der schweren Aufgabe, auch dieses Jahr wieder drei herausragende Projekte aus 36 Bewerbungsvorschlägen auszuwählen: „Es gab sehr tolle Kandidaten.“

Menschen, die Teilhabe ermöglichen

Bei ihrer Festrede zitiert Sozialsenatorin Melanie Leonhard noch ein zweites Lebensmotto von Annemarie Dose: „Nicht lang schnacken, selbst anpacken“. Dann weist Leonhard darauf hin, dass durch die Pandemie viele Hamburger durch die eine oder andere Einschränkung nicht überall teilhaben konnten. „Umso wichtiger und bemerkenswerter ist es, dass es Menschen in der Stadt gibt, die ganz unabhängig vom Alter eigene Ideen entwickelt haben, was dagegen zu tun ist.“

Von Laudator Reinhard Förtsch, Aktivoli-Landesnetz-werk e. V., wurde die Initiatorin des Projekts Stadtgemüse, Anuschka Lichtenhahn-Pense, geehrt. Dank des sozialökologischen Projekts können Geflüchtete und Einheimische gemeinsam an Hochbeeten in offenen Gemüsegärten mitten in Hamburg gärtnern. Neben der Möglichkeit zur Integration entstehen auch neue Lebensräume für Bienen.

Der zweite Gruppenpreis ging an den Verein Müttertelefon e. V., verliehen von Andrea Gerhard (MenscHHamburg e. V.) an Margit Rehmund-Hess. Sie bietet (alleinerziehenden) Müttern anonym und kostenfrei Gespräche an, um gemeinsam neue Wege zu suchen.

Der Einzelpreis wurde dem Projekt „Hausboot Huckleberry Finn“ verliehen. Segellehrer Arnold Schnittger (Nicos Farm e. V.) möchte mit dem barrierefreien Hausboot auf der Dove-Elbe nicht nur seinem 25-jährigen, schwerbehinderten Sohn Nico Ausflüge auf dem Wasser ermöglichen, sondern auch anderen Menschen mit Handicap und deren Angehörigen. Die Laudatio hielt die Gruppenpreisträgerin 2020, Christiane Faude-Großmann.

Auch interessant