7. Mai 2022
Hamburg

60 Quadratmeter feinste Handwerkskunst

Ein Klüvernetz für die „Peking“ ist entstanden. Spezielle Workshops im Angebot

Peking

Laura Lühnenschloß, stellvertretende technische Leiterin der „Peking“, am Klüvernetz Foto: SHMH/Seeberg

HAMBURG Mit Unterstützung von Ehrenamtlichen konnte die technische Ausstattung der Viermastbark „Peking“, die seit 2020 am Schuppen 50A vor Anker liegt, um ein wichtiges Element vervollständigt werden.

Der historische Frachtsegler ist mit einem neuen, aber auf traditionelle Weise gefertigten Accessoire ausgestattet worden: dem Klüvernetz. Dieses war an zahlreichen historischen Frachtseglern unter dem Bugspriet – dem meist zentral in spitzem Winkel in Längsschiffsrichtung über den Bug hinausragenden Rundholz – angebracht. Es diente dem Schutz der Seeleute davor, beim Setzen der Vorsegel ins Wasser zu fallen.

Mit der Unterstützung von 60 Helfer/-innen aus den Vereinen der „Freunde der Viermastbark Peking“ und Hafenkultur ist das Klüvernetz unter der Leitung von Laura Lühnenschloß auf eine besonders aufwendige Weise hergestellt worden.

An sechs Wochenenden mit jeweils zehn Personen entstand das dreieckförmige Netz mit einer Fläche von fast 60 Quadratmetern nach traditioneller Technik des Kreuzbändselns.

Bei dieser Methode, die Projektleiterin Lühnenschloß vorab bei einer Bildrecherche als typisch für historische Klüvernetze ermittelt hat, wird zunächst ein starkes Sisal-Tau kreuzweise übereinandergelegt, sodass gleichmäßige Rauten entstehen. Jeder Schnittpunkt des Netzes wird dann mit einem sogenannten Kreuzbändsel fixiert, einem Knoten aus dünnem Hüsing, dem dafür üblichen Takelgarn. Zur Erstellung des Klüvernetzes wurden 440 Meter starkes Tauwerk und 4500 Meter Hüsing verwendet.

Es ging somit nicht nur um eine weitere Vervollständigung der einstmaligen technischen Ausstattung des Schiffes, sondern auch um das aktive Wiederbeleben einer wichtigen historischen Technik aus dem Bereich des Taklerhandwerks.

Die Rückbesinnung auf maritimes Handwerk ist eine der Aufgaben des Deutschen Hafenmuseums, dessen erster Standort aus dem Schuppen 50A mit seinem Schaudepot und seinem Außengelände besteht. Am Standort Schuppen 50A werden deshalb erstmals Workshops zum Schmiede-, zum Segelmacher- und zum Takelhandwerk angeboten.

Infos zu den Workshops unter https://shmh.de/de/workshops-deham

Führungen

Führungen (15 Euro) über die 1911 bei Blohm & Voss für die Reederei Laeisz gebaute „Peking“ gibt’s bis 30. Oktober jeweils mittwoch und freitag um 10, 12, 14 und 16 Uhr, samstags und sonntags jeweils um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind kostenlos dabei.

Anmeldung: www.shmh.de, T 428 13 10

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